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Bodenfeuchte

1) Bodenfeuchte zum Beginn der Vegetationsperiode 1 (01.04.)

2) Bodenfeuchte zum Ende der Vegetationsperiode 1 (30.06.) 

3) Bodenfeuchte zum Ende der Vegetationsperiode 2 (30.09.)

Bedeutung

Die Bodenfeuchte in Prozent der nutzbaren Feldkapazität (%nFK) beschreibt den Füllstand des pflanzenverfügbaren Bodenwasserspeichers (nutzbare Feldkapazität) unter Berücksichtigung der bodenbezogenen Standorteigenschaften. Die Bodenfeuchte liefert somit eine Aussage, wie gut die Pflanzen ihren Wasserbedarf aus dem Bodenwasserspeicher decken können. Als Beispiel wurde hier eine kurzgehaltene, grasbedeckte Bodenoberfläche gewählt. Bei Verwendung anderer Pflanzen kann es je nach Entwicklungsstand zu Unterschieden im Hinblick auf den Vergleich mit dem Grasbewuchs kommen. Generell gilt aber, dass Bodenfeuchtewerte von 80 %nFK und mehr eine Überversorgung signalisieren, die bremsend auf die Pflanzenentwicklung wirkt. Werte von 50 bis 80 %nFK sind optimal, Werte zwischen 30 und 50 %nFK werden als zu gering betrachtet und die Pflanzen reduzieren ihre Leistungen. Unterhalb von 30 %nFK können die Pflanzen ihren Wasserbedarf nur noch sehr schwer decken und es kommt zu Wachstums- und Reproduktionseinschränkungen. Unterhalb von 20 %nFK spricht man von Bodendürre.            

1) Bodenfeuchte zum Beginn der Vegetationsperiode 1 (01.04.)

Entwicklung der Bodenfeuchte unter Gras in einer Schicht bis 1 m Tiefe in Prozent der nutzbaren Feldkapazität zum Beginn der VP 1 - alle Stationen

Kommentierung des Indikatorverlaufs zur Bodenfeuchte zum Beginn der Vegetationsperiode 1 (01.04.)

Im Mittel liegt die Bodenfeuchte bezogen auf ein Tiefenintervall von einem Meter am Beginn der Vegetationsperiode 1 auf einem Niveau, das eine sehr gute Wasserversorgung zeigt. Dies hat sich in der vergleichenden Betrachtung der beiden Zeitintervalle auch nur unwesentlich geändert. Allerdings gibt es auch Einzeljahre, die mit Ausnahme der oberen Harzlagen mit einem deutlich geringeren Bodenwassergehalt in die Vegetationsperiode starten. Bei den minimalen Werten deutet sich im Norden und Osten des Landes, ausgelöst durch die allgemein geringere Wasserhaltefähigkeit der Böden, eine Verschiebung hin zu suboptimalen Werten an.            

2) Bodenfeuchte zum Ende der Vegetationsperiode 1 (30.06.)

Entwicklung der Bodenfeuchte unter Gras in einer Schicht bis 1 m Tiefe in Prozent der nutzbaren Feldkapazität zum Ende der VP 1 - alle Stationen

Kommentierung des Indikatorverlaufs zur Bodenfeuchte zum Ende der Vegetationsperiode 1 (30.06.)

Zum Ende der Vegetationsperiode 1 erreicht der Bodenwasservorrat in einer Schicht bis einem Meter Tiefe unter Gras in allen Regionen mit Ausnahme der oberen Harzlagen im Zeitintervall von 1961 bis 1990 noch optimale Versorgungsgrade von mehr als 50 Prozent der nutzbaren Feldkapazität. Es zeigt sich aber, dass sich im Norden, Osten und Süden Sachsen-Anhalts im Mittel in der nachfolgenden Periode suboptimale Verhältnisse eingestellt haben. Im extrem trockenen Fall sinkt der pflanzenverfügbare Bodenwasservorrat in der genannten Schicht sogar in den Bereich unter die Grenze zur Bodendürre  (20 %nFK). Im Osten des Landes sank 2018 der Wert sogar bis zum permanenten Welkepunkt ab. 2019 geschah dies im Süden.           

3) Bodenfeuchte zum Ende der Vegetationsperiode 2 (30.09.)

Entwicklung der Bodenfeuchte unter Gras in einer Schicht bis 1 m Tiefe in Prozent der nutzbaren Feldkapazität zum Ende der VP 2 - alle Stationen

Letzte Aktualisierung der Grafiken: 11.06.2020

Kommentierung des Indikatorverlaufs zur Bodenfechte zum Ende Vegetationsperiode 2

Das Ende der Vegetationsperiode 2 ist  durch im Mittel gerade noch optimale Bodenwassergehalte unter Gras bis 1 m Tiefe gekennzeichnet. Dieser ist auch im Vergleich der beiden betrachteten Zeitintervalle kaum verändert. Sowohl im Zeitabschnitt 1961 bis 1990 als auch im Zeitabschnitt 1991 bis aktuell gab es jedoch auch mehrfach minimale Bodenwassergehalte, die im Bereich unter der Bodendürregrenze oder gar im Bereich des permanenten Welkepunktes registriert werden mussten. Gerade am Ende der Vegetationsperiode 2 gibt es in den Tieflandregionen und im Unterharz eine maximale Schwankungsbreite. Aber auch im Oberharz nimmt die Schwankungsbreite in den jüngeren Jahren tendenziell zu.


Definition und Berechnungsverfahren

Grundlagen für die Auswertungen sind modellierte Tageswerte der Bodenfeuchte in Prozent der nutzbaren Feldkapazität in einer mächtigen und von kurzgehaltenem Gras bedeckten Bodenschicht an folgenden Wetterstationen: Brocken, Harzgerode, Gardelegen, Bernburg-Strenzfeld, Wittenberg und Bad Lauchstädt. Diese sind in der Reihenfolge repräsentativ für die Regionen Harz (obere Lagen), Harz (untere Lagen), nördliches Sachsen-Anhalt, Börde, östliches Sachsen-Anhalt und südliches Sachsen-Anhalt. Bei der Modellierung wurde das beim DWD verfügbare Bodenwasserhaushaltsmodell METVER eingesetzt. Die unterschiedlichen Standortbedingungen hinsichtlich der Bodenphysik sind über die Verwendung der entsprechenden Werte aufgrund vorliegender Kartierungen berücksichtigt. Ausgewertet wurde die Bodenfeuchte am Beginn der Vegetationsperiode 1 (01.04.), zum Ende der Vegetationsperiode 1, die gleichzeitig Beginn der Vegetationsperiode 2 (30.06.) ist und zum Ende der Vegetationsperiode 2 (30.09.).          
    

Letzte Aktualisierung der Textpassagen: 05.10.2020

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Vollständige Beschreibung des Indikators Bodenfeuchte

Kennblatt als Download 
pdf-Datei (0,5 MB)
(mit einer Kartendarstellung der Messstationen)