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Temperaturkenntage

1) Heiße Tage 

2) Sommertage  

3) Tropennächte 

4) Frosttage

Bedeutung

Die Lufttemperatur und die daraus abgeleiteten Kenntage charakterisieren die thermischen Bedingungen. Mit Hilfe der Temperaturkenntage lassen sich besonders warme bzw. kalte Perioden eines Jahres charakterisieren. Veränderungen dieser Bedingungen sind im zeitlichen Verlauf ablesbar.

1) Heiße Tage

Entwicklung der Anzahl heißer Tage im Jahr - alle Stationen

Kommentierung des Indikatorverlaufs für Heiße Tage

In den Tieflandregionen Sachsen-Anhalts sind Heiße Tage ein jährlich auftretendes Phänomen. Im Vergleich der Periode 1961 bis 1990, in der im Tiefland durchschnittlich zwischen 5 und 9 Tagen im Jahr als Heiße Tage registriert wurden, hat sich die Anzahl im Folgezeitraum ab 1991 in einigen Regionen verdoppelt oder zumindest deutlich erhöht. Auch in den mittleren Harzlagen gehörte im Zeitraum 1961 bis 1990 ein Heißer Tag im Jahr zur Normalität. In der Zeit ab 1991 ist die Anzahl dort auf etwa vier gestiegen. In den oberen Harzlagen treten Heiße Tage bisher nicht auf.

2) Sommertage

Entwicklung der Anzahl der Sommertage im Jahr - alle Stationen

Kommentierung des Indikatorverlaufs für die Sommertage

Etwa zehn Prozent aller Tage eines Jahres sind im Tiefland Sachsen-Anhalts im Zeitraum 1961 bis 1990 Sommertage. Sie traten zwischen Mai und September auf. Dabei zeigen sich im Osten des Landes geringfügig mehr Sommertage als in den anderen Tieflandregionen. Die klimatischen Veränderungen ließen die Anzahl der Sommertage im Zeitraum 1991 bis aktuell deutlich um 10 bis 17 Tage ansteigen, wobei sich die regionalen Unterschiede im Tiefland weitgehend nivelliert haben und nun etwa 50 Tage als Sommertage erwartet werden dürfen. In den mittleren Harzlagen ist auch ein Anstieg um 10 Tage von etwa 15 auf etwa 25 Tage im Jahr erkennbar. In allen Regionen ist ein Ausweiten der Auftrittszeit erkennbar. In den Hochlagen des Harzes war im Zeitraum 1961 bis 1990 ein Sommertag durchschnittlich alle 10 Jahre aufgetreten. Aktuell ist es im Mittel ein Tag im Jahr.

3) Tropennächte

Entwicklung der Anzahl der Tropennächte im Jahr - alle Stationen

Letzte Aktualisierung der Grafiken: 12.06.2020

Kommentierung des Indikatorverlaufs für die Tropennächte

Tropennächte sind sehr seltene Ereignisse. Im Tiefland kamen sie im Zeitraum 1961 bis 1990 im Mittel nur ein- bis zweimal im Jahrzehnt vor. Der Folgezeitraum ab 1991 zeigt eine Zunahme auf durchschnittlich drei- bis achtmal in einem Jahrzehnt, wobei die östlichen Landesteile schon zwei Jahre nach 1991 erlebten, die jeweils vier Tropennächte vorweisen. Im Unterharz wurden seit 1961 keine Tropennächte festgestellt. Der Oberharz kann einzelne Tropennächte im Jahr erleben, wenn sehr warmen Höhenwarmluft in die Region geführt wird, was sich im Zeitraum seit 1991 in Einzelfällen in mehreren Jahren zeigte.

4) Frosttage

Entwicklung der Anzahl der Frosttage im Jahr - alle Stationen

Letzte Aktualisierung der Grafiken: 16.12.2019

Kommentierung des Indikatorverlaufs für die Frosttage

Die Tieflandregionen erlebten 1961 bis 1990 in Abhängigkeit von der Bodengüte zwischen 77 und 80 Frosttagen im Jahr im Bereich der schweren Böden Sachsen-Anhalts, während Standorte auf leichteren Böden 85 bis 90 Frosttage vorwiesen. Im Durchschnitt ist im Tiefland ein Rückgang von ein bis sechs Tagen im Zeitraum 1991 bis aktuell zu erkennen, wobei der Rückgang in den Regionen mit leichteren Böden etwas stärker ausfällt als in den anderen Tieflandstandorten. Im Unterharz waren 1961 bis 1990 etwa 115 bis 120 Frosttage normal. In dem nachfolgenden Zeitraum sind es etwa fünf Tage weniger. Im Oberharz ist der Rückgang von etwa 168 auf 158 Tage im Jahr etwa doppelt so hoch wie im Unterharz.

Definition und Berechnungsverfahren

Grundlagen sind das Tagesmaximum und das Tagesminimum der Lufttemperatur jedes Tages eines Kalenderjahres in zwei Meter über dem Boden an folgenden DWD-Wetterstationen: Brocken, Harzgerode, Gardelegen, Bernburg-Strenzfeld, Wittenberg und Bad Lauchstädt. Diese sind in der Reihenfolge repräsentativ für die Regionen Harz (obere Lagen), Harz (untere Lagen), nördliches Sachsen-Anhalt, Börde, östliches Sachsen-Anhalt und südliches Sachsen-Anhalt.
Folgende Lufttemperaturereignistage sind anschließend jahresweise ausgezählt worden:
- Heiße Tage (Tage mit einem Maximum der Lufttemperatur ≥ 30,0 °C)             
- Sommertage (Tage mit einem Maximum der Lufttemperatur ≥ 25,0 °C)
- Tropennächte (Nächte mit einem Minimum der Lufttemperatur ≥ 20,0 °C)               
- Frosttage (Tage mit einem Minimum der Lufttemperatur < 0,0 °C).
Darüber hinaus werden die arithmetischen Mittel meteorologischer 30-Jahres-Zeiträume gegenüber gestellt. Diese werden einerseits als Referenzwert (arithmetischer Mittelwert der Jahreswerte für den Zeitraum 1961 bis 1990) und andererseits gemittelt für den Zeitraum 1991 bis zum aktuellen Jahr (Hinweis: bis der nächste 30-jährige Zeitraum 2020 abgeschlossen ist) gebildet. Danach setzt die Berechnung eines neuen 30-Jahres-Zeitraumes mit dem Jahr 2001 an, um den dann folgenden 30-Jahres-Zeitraum (2001 bis 2030) zu bearbeiten.

Letzte Aktualisierung der Textpassagen: 11.06.2020

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Vollständige Beschreibung des Indikators Temperaturkenntage

Kennblatt als Download 
pdf-Datei (0,7 MB)
(mit einer Kartendarstellung der Messstationen)