Ökologischer Zustand oberirdischer Binnengewässer (UMK-Indikator B8)

1) Wasserkörper der Fließgewässer mit gutem oder sehr gutem Zustand
2) Oberflächenwasserkörper der Seen mit gutem oder sehr gutem Zustand

Bedeutung

Mit der Einführung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG vom 23.10.2000; WRRL) wird ein ganzheitliches Schutz- und Nutzungskonzept für die europäischen Oberflächengewässer verfolgt. Ein Ziel ist das Erreichen des mindestens guten ökologischen Zustandes, der definiert ist als „geringfügige Abweichung von den typspezifischen natürlichen Bedingungen". Die räumliche Bezugsebene der Gewässerbewertung nach WRRL stellen die Wasserkörper dar. Ein Wasserkörper ist ein einheitlicher und bedeutender Abschnitt eines Oberflächengewässers.

Momentan erreichen nur etwa 8 % der bewerteten Fließgewässer-Wasserkörper und 39 % der Seen und Talsperren in Deutschland einen guten oder sehr guten ökologischen Zustand / Potenzial (Stand 22.03.2010, Berichtsportal WasserBLIcK/BfG).
Zum Vergleich die Zahlen für Sachsen-Anhalt:
Im Ergebnis der Zustandsbewertung für Sachsen-Anhalt befinden sich erst 8 % der Oberflächenwasserkörper (Fließgewässer- und Seenwasserkörper) mit Stand 08/2009 in einem guten ökologischen Zustand.
Die häufigste Ursache für das Nicht-Erreichen des guten ökologischen Zustands / Potenzials in Fließgewässern sind die Veränderungen der Hydromorphologie einschließlich der fehlenden Durchgängigkeit und die hohen Nährstoffbelastungen, die sich in einer zum Teil deutlichen Veränderung der natürlichen Lebensgemeinschaft niederschlagen.
Die häufigsten Ursachen für das Nicht-Erreichen des guten ökologischen Zustands in Seen und Talsperren sind hohe Nährstoffeinträge, was sich in massiven Veränderungen der natürlichen Lebensgemeinschaften niederschlägt.

1) Anteil der Wasserkörper der Fließgewässer mit erreichtem Zielwert guter ökologischer Zustand oder besser bzw. gutes ökologisches Potenzial im Verhältnis zur Gesamtanzahl der bewerteten Wasserkörper

20092015
Sachsen-Anhalt 4,1 %1,6 %
Deutschland           8,3 %6,7 %

 

 

2) Anteil der Oberflächenwasserkörper der Seen, die sich in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand befinden, an der Gesamtanzahl aller bewerteten See-Wasserkörper

20092015 
Sachsen-Anhalt 50,0 %38,0 %
Deutschland           39,0 %   26,0 %

Datenquelle: www.liki.nrw.de

Letzte Aktualisierung der Werte: 08.08.2016

Definition und Berechnungsverfahren

Der ökologische Zustand eines Wasserkörpers wird hauptsächlich auf der Grundlage der Zusammensetzung der aquatischen Lebensgemeinschaft (Artenzusammensetzung und Häufigkeiten) sowie des Grades ihrer Abweichung vom gewässertypspezifischen Referenzzustand bestimmt, da die Lebensgemeinschaft die Gesamtheit aller Einflussfaktoren und Störgrößen widerspiegelt.
Die Bewertung erfolgt in den fünf Klassen (1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mäßig, 4 = unbefriedigend, 5 = schlecht). Die biologische Qualitätskomponente mit der schlechtesten Bewertung bestimmt die ökologische Zustandsklasse („Worst-Case-Prinzip").
Zur Zustandsbewertung werden grundsätzlich die biologischen Qualitätskomponenten Phytoplankton (im Wasser freischwebende Algenarten und Cyanobakterien), Makrophyten und Phytobenthos (Wasserpflanzen und auf dem Substrat aufwachsende Algenarten), Makrozoobenthos (mit bloßem Auge erkennbare Tiere der Gewässersohle) sowie Fische genutzt, soweit sie für den jeweiligen Fließgewässertyp relevant sind.

Weiterführende Informationen

Seite zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie

Untersuchungsverfahren der biologischen Qualitätskomponenten
Berichtsportal WasserBLIcK/BfG

Letzte Aktualisierung der Textpassagen: 27.01.2015