Anlagensicherheit

Brennendes Fabrikgelände

Für Betriebe und Anlagen, in denen besonders gefährliche Stoffe oder Gefahrstoffe in großen Mengen gehandhabt werden, werden über die üblichen Umweltschutzbestimmungen hinaus zusätzliche umfangreiche Sicherheits-, Vorsorge- und Überwachungsmaßnahmen gefordert.
Auf Grund der Chemiestandorte mit ihren vielfältigen Produktlinien, Stoffkreisläufen und Technologien besitzt die Störfallvorsorge in Sachsen-Anhalt eine erhebliche Bedeutung.
Die Fachbehörde erarbeitet die technisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen und Hintergrundinformationen für den Vollzug des Störfallrechts und die entsprechende EU-Berichterstattung.

Folgende Schwerpunkte sind von der Fachbehörde zu bearbeiten:

  • Erarbeitung von Grundlagen zur landeseinheitlichen Umsetzung der Seveso-III-Richtlinie und der Störfall-Verordnung (12. BImSchV),
  • Erfassung und Auswertung der Inspektionsberichte nach § 16 der Störfall-Verordnung (12. BImSchV)
  • Ermittlung von Gefahrenpotenzialen und Schwachstellen in störfallrelevanten Anlagen, 
  • Bekanntgabe von Sachverständigen nach § 29 a BImSchG,
  • Erfassung, Analyse und Auswertung von Störfällen und Schadensereignissen, 
  • Prüfung des Standes der Anlagensicherheit und 
  • Wahrnehmung der EU-Berichterstattung nach Artikel 23 der Richtlinie 2012/18/EU (Seveso-III-Richtlinie).

Auswertung von Schadensereignissen

Eine Recherche für die Kategorie "Technisches Versagen" in der Datenbank des LAU "Schadensereignisse" ergab, dass insbesondere nicht ausreichende Werkstoffeigenschaften (Korrosion, Materialfehler, Materialermüdung) zu Schäden führten. Aber z. B. auch der Ausfall der Elektroenergieversorgung kann zu erheblichen Gefährdungen führen. "Unbekannte Ursachen" sind primär bei Bränden zu verzeichnen, bei denen ein mutwilliges Fremdverschulden nicht von vornherein auszuschließen ist. Die meisten Schadensereignisse werden durch "Menschliches Versagen" verursacht. Dabei handelt es sich häufig um nicht fachgerechtes Vorgehen bei Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten, organisatorische Fehler, unsachgemäße Anlagenbedienung und unzulässiger Umgang mit Stoffen. Auch nicht sachgerechte Transportvorgänge (Straße/Schiene) erforderten den Einsatz der Umweltbehörden. Derartige Schadensereignisse erscheinen besonders problematisch, da sie an beliebigen Orten, auch inmitten von Wohngebieten, eintreten können. Vorsorge-Maßnahmen lassen sich nur bedingt planen. Diese Tatbestände fanden in der Seveso-II-RL (967/82/EG) bzw. in deren Umsetzung als Störfall-VO 2000 durch die Einführung eines Umweltsicherheitsmanagement in einem Betriebsbereich seine Auswirkung.

Bekanntgabe von Sachverständigen im Sinne des § 29a Abs. 1 BImSchG

Die zuständigen Behörden können nach § 29a BImSchG anordnen, dass der Betreiber einer genehmigungsbedürftigen Anlage die Durchführung bestimmter sicherheitstechnischer Prüfungen zu veranlassen hat. In der Regel sind damit Sachverständige zu beauftragen, die entsprechend der Arbeitshilfe 41. BImSchV bekannt gegeben wurden.
Die Bekanntgabe kann sich in Abhängigkeit insbesondere von den Kenntnissen und Fähigkeiten der Person auf im Rahmen des § 29a BImSchG anfallende sicherheitstechnische Prüfungen und Prüfungen von sicherheitstechnischen Unterlagen in bestimmten genehmigungsbedürftigen Anlagenarten nach dem Anhang der 4. BImSchV und in Verbindung mit persönlichen vertretenen Fachgebieten nach Anhang 4 Abschnitt B. der Arbeitshilfe erstrecken.
Nach erfolgter Antragstellung werden im Fachgebiet Anlagensicherheit die Voraussetzungen der Bekanntgabe geprüft.

 letzte Aktualisierung: 22.08.2018