Kompetente Beratung für Tierhalter

Um vom Wolf verursachte Schäden in der privaten und erwerbsmäßigen Tierhaltung zu vermeiden bzw. zu minimieren, bietet das Wolfskompetenzzentrum Iden eine ausführliche Herdenschutzberatung für Tierhalter an. Diese schließt die einzelfallkonkrete Bewertung vor Ort ebenso ein, wie das Ausloten von möglichen Herdenschutzmaßnahmen und finanziellen Fördermöglichkeiten.

Informationen zur finanziellen Förderung von Herdenschutzmaßnahmen finden Sie auf den Seiten des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt (kurz: ALFF Anhalt).

1. Wie kann ich meine Tiere vor dem Wolf schützen?

Messung der Stromspannung bei einer Herdenschutzberatung

Das WZI bietet für alle Tierhalter in Sachsen-Anhalt individuelle und kostenlose Herdenschutzberatungen an. Dabei wird bei einem Termin vor Ort mit dem Besitzer erörtert, was im Einzelfall unternommen werden kann, um das Risiko eines Übergriffes zu minimieren. Anschließend erhält der Tierhalter ein Beratungsprotokoll und Informationsmaterial zum Herdenschutz.

2. Wie sieht der Grundschutz in Sachsen-Anhalt aus?

90cm Stromnetz (Grundschutz) & zusätzliche 120cm Breitbandlitze

In Sachsen-Anhalt ist ein Grundschutz für Schafe, Ziegen und Gatterwild definiert. Für die Haltung von Schafen und Ziegen ist der Grundschutz in Form eines 90 cm hohen Elektronetzes oder einer 5-litzigen Drahtzäunung mit Litzenabständen von maximal 20 cm zum Boden bzw. zueinander vorgesehen. Die Zäunung muss allseitig geschlossen und mit einer empfohlenen Spannung von 5.000 Volt (mindestens 3000 Volt) und einer Impulsenergie von 1,5 Joule auf der gesamten Zaunlänge versorgt sein.

Für Gatterwild ist der Grundschutz in Form eines elektrischen oder mechanischen Untergrabschutzes definiert. Dieser wird in Form von zwei empfohlenen stromführenden Litzen mit 20 cm und 40 cm Bodenabstand (mindestens aber eine Litze in 20 cm Höhe) außen an dem Festzaun errichtet. Die Stromlitzen sollten eine Spannung von 5.000 Volt (mindestens 3000 Volt) und eine Entladeenergie von 1,5 Joule auf der gesamten Länge aufweisen. Sie werden mit Langisolatoren außen an den Zaunpfählen angebracht. Alternativ kann das Gatter auch mit einem mechanischen Untergrabschutz versehen werden. Dazu muss das Knotengeflecht entweder 40 cm tief senkrecht in den Boden eingegraben, oder mindestens einen Meter nach außen ausgelegt und mit Erdankern versehen werden. So kann ein Untergraben durch Beutegreifer verhindert werden.

Für die Rinder- und Pferdehaltung ist derzeit kein Grundschutz definiert.

3. Warum sollte ich den Grundschutz einhalten?

Im Schadensfall hat der Tierhalter innerhalb der ausgewiesenen Gebietskulisse einen Anspruch auf Entschädigung, wenn er den Grundschutz eingehalten hat. Außerhalb des anerkannten Ausbreitungsgebietes hat der Tierhalter auch ohne vorhandenen Grundschutz einen Anspruch. Bei der Ausweisung eines neuen Ausbreitungsgebietes, wird dem Tierhalter zum Nachrüsten eine Übergangsfrist von einem Jahr gewährt.

4. Kann ich finanzielle Unterstützung für die Prävention beantragen?

Die zuständige Stelle für die Beantragung von Förderungen für Schutzmaßnahmen ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt (kurz: ALFF Anhalt). Eine Förderung ist zum einen für Schaf- und Ziegenhalter im Haupt- und Nebenerwerb von Land-, Forst- und Gartenbaubetrieben vorgesehen, welche die Anschaffung von Elektronetzen und Herdenschutzhunden planen. Weiterhin ist der elektrische Untergrabschutz für Wildgatter förderfähig. Die Förderhöhe beträgt 80% der förderfähigen Kosten.

Letzte Aktualisierung: 27.11.2018

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Kontakt für die Herdenschutzberatung:
Simone Lühe
Wolfskompetenzzentrum Iden
Telefon: +49 3939 06-482