Nutztierrisse melden: Was ist zu tun?

Bei Nutztierrissen wenden Sie sich bitte direkt an das Wolfskompetenzzentrum Iden, sodass umgehend eine Begutachtung vor Ort stattfinden kann. Erreichen können Sie uns unter der unten angegebenen Telefonnummer.

Belassen Sie bitte alles so, wie Sie es vorgefunden haben und achten Sie darauf, möglichst keine Spuren zu zertreten. Lassen Sie den/die Kadaver wie vorgefunden auf der Wiese liegen und sammeln Sie auch verstreute Kadaverteile nicht ein. Auch Hunde sollten vor Begutachtung unserer Mitarbeiter möglichst nicht an die Kadaver gehen oder in der Umgebung herumlaufen, da sie die Auswertung erschweren können. 

Informationen zu Ausgleichszahlungen für Schäden an Nutztieren durch den Wolf finden Sie auf den Seiten des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt (kurz: ALFF Anhalt).

Notfallnummer

Wenden Sie sich bitte nur außerhalb der gängigen Bürozeiten bei Notfällen, wie bei Nutztierrissen oder bei tot oder verletzt aufgefundenen Wölfen, an diese Nummer:

+49 162 3133949

Was muss ich bei einem vermuteten Wolfsriss tun?

  1. Kadaver und Kadaverteile liegen lassen und nicht berühren, Hunde fernhalten.
  2. Kontrolle überlebender Tiere auf Verletzungen und ggf. Tierarzt verständigen.
  3. Wolfskompetenzzentrum Iden informieren (ggf. über die Notfallnummer).
  4. Begutachtung durch das WZI erfolgt innerhalb von 24 Stunden vor Ort.
  5. Ergreifung von Sofortschutzmaßnahmen, um weitere Übergriffe zu vermeiden; mögliche Nutzung eines Notfall-Zaunsets in Absprache mit dem WZI.

Nutztierrisse in Sachsen-Anhalt

Eine Übersicht zu Nutztierrissen in Sachsen-Anhalt finden Sie hier.

1. Wie erkenne ich einen Wolfsriss?

Die Erkennung eines Wolfsrisses ist selten eindeutig und erfordert einiges an Erfahrung. In vielen Fällen sorgt das Untersuchungsergebnis von vor Ort genommener DNA für die letztendliche Bewertung des Falles.

Bei jedem Übergriff wird die Situation individuell analysiert und bewertet. Bei einer Begutachtung wird vor allem auf drei Hauptmerkmale geachtet. Dies ist zum einen der Kehlbiss. Wölfe sind zumeist geübte Jäger, die ihre Beute mit einem einzigen, gezielten Biss in die Kehle töten. Eine solche Bissverletzung ist vor allem bei Schafen, Ziegen und Wild häufig schon von außen erkennbar. Als zweites wird nach dem Verbleib des Pansens geschaut. In der Regel verschmähen Wölfe den Pansen ihrer Beutetiere und legen ihn unberührt, außerhalb und entfernt vom Kadaver ab, bevor sie anfangen zu fressen. Dafür öffnen sie den Bauchraum des Tieres, nachdem sie es getötet haben, und verschleppen es damit der Pansen herausfällt. Hierbei entsteht das dritte Merkmal, nach dem bei einer Begutachtung geschaut wird: die Schleifspur.

Wenn Sie ein tot aufgefundenes Tier auf die oben genannten Merkmale untersuchen, fassen Sie den Kadaver nicht an. Vor allem eine genetische Untersuchung kann dadurch schnell verfälscht werden. In den seltensten Vorfällen sind alle drei Merkmale klar und deutlich an Kadaver und Umgebung festzustellen. Oftmals sind die toten Tiere durch Nachnutzer angefressen oder das Rissbild ist durch die Wetterlage oder andere Umstände verändert.

Finden Sie einen oder mehrere der oben genannten Merkmale an einem toten Nutztier oder sind sich nicht sicher, dann melden Sie den Vorfall bitte unbedingt an das WZI.

2. Was passiert bei einer Nutztierrissbegutachtung?

Die Mitarbeiter des WZI machen sich nach der Meldung eines möglichen Wolfsrisses an Nutztieren umgehend auf den Weg, um eine Begutachtung vor Ort durchzuführen. Auch an Wochenenden und Feiertagen werden Gutachten erstellt. Eine zeitnahe Besichtigung des Geschehens ist wichtig, da Nachnutzer und die Wetterverhältnisse das Rissbild nachhaltig verändern können. Außerdem ist genetisches Material für eine Untersuchung auf einen möglichen Verursacher nur binnen 24 Stunden nach einem Rissgeschehen brauchbar. Durch natürliche Prozesse und Wettereinflüsse ist die DNA über diesen Zeitraum hinaus schwer oder gar nicht analysierbar.

Vor Ort wird der möglichst unangetastete ‘Tatort‘ besichtigt und dokumentiert. Jeder Kadaver wird auf Bissspuren und andere Verletzungen untersucht und es wird, wenn möglich, eine DNA-Probe sichergestellt. Diese kann Rückschlüsse auf einen Verursacher geben. Des Weiteren wird nach Spuren und Losungen in der Umgebung gesucht. Die Umzäunung wird auf Schwachstellen überprüft und es wird versucht zu rekonstruieren, wie und wo ein möglicher Verursacher in die Koppel eindringen konnte. Anschließend wird die Möglichkeit und Durchführbarkeit von Sofortschutzmaßnahmen zur Sicherung der verbliebenen Tiere mit dem Halter besprochen. Auch der Einsatz eines Notfall-Zaunsets wird erörtert.

3. Wann bekomme ich die Unterlagen der Begutachtung?

Die Protokolle zur Begutachtung werden dem Halter in der Regel nach Abschluss der Bearbeitung zugeschickt. In den Protokollen sind alle Details der Begutachtung und die Endbeurteilung aufgeführt. Der zeitliche Rahmen zwischen Begutachtung und Erhalten der Protokolle ist individuell sehr unterschiedlich. Untersuchung und Auswertung einer vor Ort sichergestellten DNA-Probe kann teilweise mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

4. Werden auch gerissene Wildtiere untersucht?

Im Rahmen des Monitorings werden auch Wildtierrisse aufgenommen. Da Nutztierrisse allerdings prioritär behandelt werden, ist eine vor Ort Begutachtung bei Wildtieren nicht immer möglich. Trotzdem sind auch Wildtierrisse wichtige Hinweise im Wolfsmonitoring. Machen Sie daher bitte möglichst viele Fotos von dem aufgefundenen Kadaver, ohne diesen dabei zu berühren. Legen Sie als Maßstab immer ein Lineal oder Zollstock, wenn möglich, in jedes Foto. Markieren Sie den Fundort auf einer Karte und achten darauf, dass Sie beim Fotografieren keine Spuren zertreten. Ob eine Begutachtung vor Ort stattfindet, wird in jedem Fall individuell entschieden. Melden Sie Wildtierrisse bitte über die Büronummer des WZI.

5. Wo und wann kann ich eine finanzielle Entschädigung beantragen?

Für Entschädigungs- und auch Förderungszahlungen ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt (kurz: ALFF Anhalt) zuständig. Dort erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum Antrag.

Für einen finanziellen Schadensausgleich kommen Übergriffe in Frage, bei denen der Wolf als Verursacher bestätigt oder nicht ausgeschlossen werden konnte. Innerhalb des Ausbreitungsgebietes des Wolfes in Sachsen-Anhalt muss zudem in der Schaf-, Ziegen- und Gatterwildhaltung der erforderliche Grundschutz nachgewiesen sein.

Letzte Aktualisierung: 16.10.2018

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Kontakt

Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI)
Lindenstraße 18, 39606 Iden
Herr Berbig (Leitung)
Tel.: +49 3939 06-481
E-Mail: an WZI
Notfallnummer:
+ 49 162 3133949