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LSG Oranienbaumer Heide

Status, Größe, Verordnung, Karte:

Das LSG0072___ Oranienbaumer Heide besteht seit 2001 und besitzt eine Größe von 5.169 ha.

Verordnung des Landkreises Wittenberg vom 26.06.2001 (Amtsblatt für den Regierungsbezirk Dessau. - 9(2001)8 vom 01.08.2001, S. 105) (pdf-Datei 108 KB, nicht barrierefrei); Die Verordnung gilt auch für die Anteile im ehemaligen Landkreis Anhalt-Zerbst und für die Anteile der kreisfeien Stadt Dessau-Roßlau.

Welche Landkreise werden vom LSG berührt?

Das LSG liegt auf Flächen des Landkreises Wittenberg sowie der Städte Wittenberg und Dessau-Roßlau. Die Flächenanteile, die sich im früheren Landkreis Anhalt-Zerbst, der bis zum 30.06.2007 bestand, befanden, liegen heute ebenfalls im LK Wittenberg.

Welche weiteren Schutzgebiete werden vom LSG berührt?

Folgende Schutzgebiete und weitere Bestandteile des Schutzgebietssystems überlagern sich teilweise mit dem LSG Oranienbaumer Heide:

  • SPA0032LSA Mittlere Oranienbaumer Heide
  • FFH0168LSA Mittlere Oranienbaumer Heide
  • NSG0184___ Mittlere Oranienbaumer Heide
  • NDF0001DE_ Vordere Moch-Hau
  • NDF0002DE_ Moch-Teiche
  • NDF0004DE_ Mochwiese

Im Zentrum des LSG liegen das Naturschutzgebiet (NSG0184) „Mittlere Oranienbaumer Heide“, das Europäische Vogelschutzgebiet (SPA0032LSA) „Mittlere Oranienbaumer Heide“ sowie das Fauna-Flora-Habitat Gebiet (FFH0168LSA) gleichen Namens, welche durch die Pufferfunktion des umgebenen LSG 0072 zusätzlich geschützt werden. 

Die Natura 2000- Gebiete, SPA0032LSA und FFH0168LSA, überlagern das NSG0184 zu ca. 72 %.

SPA0032LSA und FFH0168LSA sind zueinander flächengleich.
Innerhalb dieser Schutzgebietskategorien gelten die zusätzlichen Schutzbestimmungen der NSG- Verordnung und  der Natura 2000 – Landesverordnung.
Für das NSG0184 liegt ein Pflege- und Entwicklungsplan aus dem Jahre 1995 vor. 

Kurze Gebietsbeschreibung des LSG:

Das LSG repräsentiert einen großflächigen, unzerschnittenen Landschaftsraum innerhalb des Nordsächsischen Heidelands der Düben-​Dahlener Heide und nimmt dabei eine Übergangsstellung zwischen dem nördlich gelegenem Mittelelbegebiet und dem südlich angrenzendem Nordsächsischen Heideland ein.

Abb.1 Naturräumliche Gliederung der Region Elbe-​Mulde-Tiefland; Auszug aus: Schutzwürdigkeitsgutachten (SWG) und Pflege-​ und Entwicklungsplan (PEP) NSG „Mittlere Oranienbaumer Heide", Grundlagenteil, Seite 11, Ökoplan Gesellschaft für ökologische Untersuchungen und Landschaftspflegeplanung mbH

Die im Norden vorherrschenden fluviatil geprägten Sedimente des Elbeurstromtals, die teilweise von spätglazialen, äolischen Dünenbildungen, die von Ost nach West streichen, überlagert werden, liegen weichselglazialen Niederterrassenschottern auf.
Im Südteil bilden saaleglaziale Geschiebemergel die Hochfläche der glazialen Moränenlandschaft. 

Das LSG ist durch ein besonderes Landschaftsbild charakterisiert.
Eine großflächig offene Landschaft mit trockenen Zwergstrauch-​ und Ginsterheiden, basenreichen sowie acidophilen Sandtrockenrasen und Silbergras-​ Pionierfluren wird von ausgedehnten Waldgebieten umgeben, die sich wie ein schützender Ring um die Offenlandbiotope im Kern des Gebietes legen. Obwohl die Waldflächen überwiegend aus Kiefernforsten bestehen, gibt es naturnahe Eichen-​ Hainbuchenwälder, Pfeifengras-​Eichenwälder sowie Erlen-​ Eschenwälder und Erlenbruchwälder in den feuchten Niederungsgebieten. 

Durch Rodungen, Brände und den Übungsbetrieb der Sowjetarmee ab 1945 entstanden im Zentrum des ehemaligen Truppenübungsplatzes wertvolle Offenlandkomplexe, die nach Aufgabe der militärischen Nutzung 1992 der natürlichen Sukzession überlassen wurden.

Dadurch entwickelten sich auf vielen, ehemals offenen Flächen, Pionierwälder.

Die Offenland-​ und Pionierwaldsukzessionsstadien stellen für viele bedrohte Pflanzen, Pflanzengesellschaften und Tierarten selten gewordene Lebensräume dar.

Der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) findet besonders günstige Bruthabitate vor, so dass das Gebiet zu den wichtigsten Brutplätzen dieser Art innerhalb Sachsen-​Anhalts gehört.

Die heutige Weidenutzung mit Heckrindern und Konikpferden dient der Erhaltung der offenen und halboffenen Heiden und Magerrasen und damit dem Fortbestand der wertvollen Fauna und Flora des Gebietes.

Neben großen trockenen Heideflächen mit Calluna vulgaris, Ginsterheiden und Sandtrockenrasen gibt es auch Feuchtgebiete entlang der Bäche, z. B. am Lauf des Schmerz-​Sollnitzbaches. In dessen Niederung liegen die Mochwiese – ein Komplex aus Feuchtwiesen mit Orchideen, Seggenrieden und Röhrichtflächen –, der Mochteich und der Mochhau. Auf ehemaligen Kies- bzw. Braunkohleabbauflächen im südlichen und östlichen Teil sind naturnahe Stillgewässer entstanden, wie die Alte Grube nordöstlich von Möhlau und der Stillgewässerkomplex am Sarmen. 

Das LSG wurde in 2 Zonen gegliedert (A, B), die unterschiedlichen Schutzzwecken dienen. Dazu zählen in Zone A besonders die Erhaltung von schutzwürdigen Pflanzengesellschaften in ihren Sukzessionsphasen, die Entwicklung von offenen und geschlossenen Vorwaldbereichen mit Trockenrasen und Zwergstrauchheiden sowie die extensive Nutzung des Grünlands in den Fließgewässerniederungen.
In den Zonen A und B sollen u. a. landschaftsgliedernde Strukturen wie Feldgehölze, Hecken, Alleen und Baumreihen erhalten und geschaffen werden, um damit den Lebensraumverbund mit den umgebenden Schutzgebieten zu ermöglichen.
Kleine Fließgewässer, Kleingewässer, Feucht- und Nasswiesen, ungestörte Uferbereiche von Abgrabungsgewässern sind zu sichern und zu entwickeln.
Für sanfte touristische Nutzungen des LSG sind vorrangig Zone B und die konfliktarmen Bereiche der Zone A vorgesehen. Intensivere Freizeitnutzungen sind auf die Randbereiche der Zone B zu beschränken. 

Letzte Aktualisierung: 28.05.2021

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