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Der meteorologische Winter 2025/2026 aus klimatischer Sicht und die Bedeutung für die erneuerbaren Energien

Einordnung von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer sowie ein Überblick zur Auslastung erneuerbarer Energie-Anlagen

Der Winter 2025/2026 in Sachsen-Anhalt wies im Vergleich zu den Werten der Klimareferenzperiode eine leicht mildere Tendenz auf, wobei jedoch mehrere signifikant winterliche Phasen zu verzeichnen waren. Im Vergleich war der Winter um einiges sonnenscheinreicher und trockener als im Durchschnitt. Die dominierenden Hochdruckgebiete sorgten im vergangenen Winter für unterdurchschnittliche Erträge aus der Windenergie, auch bei der Photovoltaik konnte das Mittel der Jahre 2010 bis 2019 fast erreicht werden. Außerdem ergänzten sich gerade im Januar und Februar die beiden Energieträger nicht optimal.

Dezember

Dominiert wurde der Dezember 2025 von einem Hochdruckgebiet über Südosteuropa und einem gegenüberliegenden Tiefdrucksystem auf dem Atlantik. Dazwischen gelangte mit einer südwestlichen Strömung eine sehr milde Luftmasse nach Sachsen-Anhalt. Durch die Lage zwischen den beiden Druckgebilden wehte auch ausreichend Wind, um lange trübe Phasen durch Nebel zu verhindern. Besonders mild war es dabei am 08.12. mit 15,1 °C in Quedlinburg, 15,2 °C in Bernburg und Huy-Pabstorf und 15,5 °C in Aschersleben-Mehringen. Die Wetterlage stellte sich kurz vor Weihnachten um und ein Hochdruckgebiet über Skandinavien beeinflusste zunehmend Sachsen-Anhalt. So konnten aus Osteuropa kalte Luftmassen einfließen, und es kam in der Folge über Weihnachten zu leichtem Dauerfrost, bevor die Temperaturen Richtung Jahreswechsel zumindest tagsüber wieder über die 0-Grad-Marke anstiegen. Daraus resultierte schlussendlich eine Monatsmitteltemperatur in Sachsen-Anhalt von 3,4 °C. Das kühle letzte Monatsdrittel konnte die warmen Vorwochen nicht ausgleichen, sodass der Dezember 2,3 K über der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. um 1,4 K über dem Klimamittel der Periode von 1991 bis 2020 lag. 

Durch den anhaltenden Hochdruckeinfluss blieben die Niederschläge weit hinter den langjährigen Mitteln zurück. So fielen im Flächenmittel des Landes lediglich 15,6 mm Niederschlag und damit nur 33,4 % der üblichen Niederschlagsmenge der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020 wurden 33,9 % erreicht. Sachsen-Anhalt erlebte somit den trockensten Dezember seit 1972. Besonders trocken war es dabei im Süden des Landes, wo verbreitet nicht einmal 10 mm Niederschlag gefallen sind. Trockenste Station war mit 5,3 mm Röblingen im Seegebiet Mansfelder Land. Noch trockener war es nur an der Messstation des Lufthygienischen Überwachungssystem Sachsen-Anhalts (LÜSA) in Zeitz mit lediglich 1,7 mm Niederschlag. Die LÜSA-Messstationen erfüllen jedoch nicht die Standards der Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Die Großwetterlage bedeutete für Sachsen-Anhalt im Dezember wenige Wolken und kaum Nebel, also viel Sonnenschein. So erreichte der Monat mit 69,1 Sonnenstunden 194,2 % der üblichen Sonnenscheindauer der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990. Auch im Vergleich zum neueren Klimamittel von 1991 bis 2020 wurden noch 159,3 % erreicht, womit der Dezember der sonnigste seit 2003 und der drittsonnigste seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen der Sonnenscheindauer im Jahr 1951 war.

Januar

Der Januar 2026 begann mit zunehmenden Tiefdruckeinfluss über Skandinavien und Osteuropa, sodass kalte und feuchte Luftmassen aus Nordeuropa nach Sachsen-Anhalt gelangten. In der Folge präsentierte sich die erste Monatshälfte sehr winterlich mit zeitweisem Dauerfrost und Schneefällen. Die dickste Schneedecke lag in weiten Landesteilen am 10.01. mit verbreitet 15-20 cm, im Süden Sachsen-Anhalts etwas weniger. Klarte der Himmel nachts auf, konnte es über den Schneeflächen stark auskühlen. So wurden am 12.01. in Genthin -18,3 °C und am 11.01. in Gardelegen -18,0 °C gemessen. Aber auch in den übrigen Landesteilen kamen Tiefstwerte unter -10 °C vor. Ab dem 13.01. setzte sich vorübergehend milderes Wetter durch, das bis etwa zum 21.01. anhielt. In der Zeit taute der Schnee ab und es gab reichlich Sonnenschein. Der Grund dafür war, dass sich erneut eine Wetterlage wie im Dezember einstellte und aus südwestlicher Richtung unter Hochdruckeinfluss sehr milde Luftmassen herangeführt wurden. Aber bereits zum letzten Monatsdrittel etablierte sich wieder ein Hochdruckgebiet über Skandinavien und aus Osteuropa kam die Kaltluft mit Schneefällen und zeitweise auch Dauerfrost zurück nach Sachsen-Anhalt. So konnten im gesamten Januar verbreitet 15 bis 20 Schneedeckentage registriert werden, im Harz auch mehr. Entsprechend schloss der Monat mit einer Mitteltemperatur von -1,3 °C ab und war damit um 1,0 K kälter als die Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990. Gegenüber der Klimaperiode von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung sogar -2,4 K. Damit war der Januar der kälteste seit 2017.

Der überwiegende Teil des Niederschlags fiel im Januar als Schnee, insgesamt wurden im Flächenmittel Sachsen-Anhalts 27,2 mm Niederschlag registriert. Das sind nur 70,3 % der Menge, die üblicherweise nach der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 gefallen wäre. Auch im Vergleich zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 wurden nur 60,4 % erreicht, womit der Januar der trockenste seit 2009 war. In Tangerhütte-Grieben fielen 16,8 mm (44,9 %) Niederschlag. Mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel fiel nur im östlichen Harzvorland wie beispielsweise in Gröningen mit 41,1 mm (142,2 %).

Dank der sehr sonnigen Phase zur Monatsmitte erreichte der Januar im Flächenmittel Sachsen-Anhalts eine Sonnenscheindauer von 63,7 Stunden. Im Vergleich zur Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 sind das 150,0 % der üblichen Sonnenscheindauer und gegenüber dem Klimamittel von 1991 bis 2020 wurden 119,4 % erreicht.

Februar

Die ersten beiden Monatsdrittel des Februars waren geprägt von einem Kräftemessen zwischen dem Hoch über Skandinavien, das kalte Luftmassen aus Osten in Richtung Sachsen-Anhalt lenkte und einem Tief auf dem Atlantik, das milde Luftmassen aus Westen heranführte. Sachsen-Anhalt lag genau im Bereich dieser Luftmassengrenze, weshalb gerade die Altmark und die Gebiete entlang der Elbe noch stärker von winterlichen Luftmassen geprägt waren als der Harz und die südwestlichen Landesteile. In den kälteren Regionen, zum Beispiel in Genthin mit -14,3 °C, wurden im Februar nochmals um die 15 Tage mit einer Schneedecke registriert und damit 5 bis 10 Tage mehr als im Harz oder im südlichen Sachsen-Anhalt. Im letzten Monatsdrittel zeigte sich ein Bild  ähnlich der ersten Dezemberwochen. Zwischen einem Hochdruckgebiet über Südosteuropa und einem Tiefdruckgebiet auf dem Atlantik gelangten sehr milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika nach Sachsen-Anhalt. Bei Höchsttemperaturen jenseits der 20-Grad-Marke, wie beispielsweise in Bad Lauchstädt mit 20,9 °C, gab es einen deutlichen Kontrast zum Winterwetter der Vorwochen. An der Messstation des LÜSA in Leuna konnten sogar 22,0 °C gemessen werden. An den Stationen des LÜSA wird allerdings nicht nach den Standards der Wetterstationen des DWD gemessen. Im Flächenmittel wurde eine Monatsmitteltemperatur von 2,0 °C erreicht mit den genannten regionalen Unterschieden. Damit war der Februar in Bezug zur Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 um 1,5 K milder und auch im Vergleich zum 30-jährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020 lag der Februar um 0,2 K über den langjährigen Mittelwerten.

Durch die Luftmassengrenze kam es auch immer wieder zu Niederschlägen, sodass der Februar mit 40,2 mm 120,9 % des Mittels der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 117,7 % des 30-jährigen Mittels von 1991 bis 2020 erreichte. Dabei gab es aber regional größere Unterschiede. Auf der warmen Seite der Luftmassengrenze vom Harz bis ins südliche Sachsen-Anhalt fiel deutlich weniger Niederschlag. So waren es in Bad Lauchstädt lediglich 15,4 mm (62,6 %) Niederschlag, während in Diesdorf mit 64,3 mm (156,1 %) etwa das 4-fache dieser Niederschlagsmenge erreicht wurde. 
Eine weitere Konsequenz aus der Luftmassengrenze war eine häufig dichte Bewölkung. So erreichte der Februar mit 61,1 Sonnenstunden in Sachsen-Anhalt nur 90,3 % der Sonnenscheindauer der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 80,1 % bzgl. der Klimaperiode von 1991 bis 2020. Auch bei der Sonnenscheindauer gab es regionale Unterschiede. In der Nordhälfte des Landes wurde das Soll der Sonnenscheindauer deutlich verfehlt, während es in den südlichen Landesteilen sogar mehr Sonnenstunden als in der Klimareferenzperiode gab. 

Winter

Im Rückblick auf den gesamten Winter vom 01. Dezember 2025 bis 28. Februar 2026 zeigt sich dieser mit 1,4 °C um 1,0 K zu warm im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990. Der vergangene Winter war zwar der kühlste seit 2012/2013 in Sachsen-Anhalt und im Vergleich zum neueren 30-Jahreszeitraum von 1991 bis 2020 sogar um 0,3 K kälter als üblich, die jeweils sehr winterlichen Phasen im Januar und Februar konnten die überwiegend milden übrigen Winterwochen jedoch nicht ansatzweise ausgleichen. Damit war der Winter der 12. zu warme in Folge gemessen am Mittel der Referenzperiode von 1961 bis 1990. 

In den Wintermonaten fielen insgesamt 82,9 mm Niederschlag, besonders im Januar und Februar überwiegend als Schnee. Damit waren die letzten drei Monate zusammengenommen deutlich zu trocken und erreichten gegenüber der Klimareferenzperiode (1961-1990) lediglich 69,5 % und im Vergleich zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 nur 65,7 % der üblichen Niederschlagsmenge. Damit war der Winter der trockenste seit dem Winter 2014/2015. Besonders niederschlagsarm war der Winter im Süden von Sachsen-Anhalt. In Bad Lauchstädt fielen mit 37,6 mm nur 45,9 % der Niederschlagsmenge der Klimareferenzperiode. Damit war Bad Lauchstädt gleichzeitig auch die trockenste Station Deutschlands im vergangenen Winter. Lediglich in Gröningen, in Hakeborn (Gemeinde Börde-Hakel) und in Stendal wurde der langjährige Mittelwert erreicht bzw. minimal überschritten.

Den Winter über gab es wiederholt sehr sonnige Phasen, besonders im Dezember und Januar. So summierte sich die Sonnenscheindauer auf 194,0 Sonnenstunden. Das Ergebnis ist der sonnigste Winter seit 2019/2020 mit 133,5 % der Sonnenscheindauer der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 112,2 % in Bezug zum 30-jährigen Zeitraum von 1991 bis 2020.

Der Winter 2025/2026 aus Sicht der Erneuerbaren Energien

In dieser Analyse erfolgt eine ausschließliche Betrachtung der Erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung, die durch meteorologische Bedingungen beeinflusst sind (volatil), also Windenergie und Photovoltaik. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Auswertung dient die produzierte elektrische Arbeit im Tagesmittel im Gebiet Ostdeutschlands und Hamburgs (Gebiet des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz). Die produzierte Arbeit wurde ins Verhältnis zur installierten Leistung gesetzt und so die Auslastung berechnet. Diese Auslastung wurde für die Jahreszeit gemittelt. Darüber hinaus wurde ein 10-jähriges Mittel über den Zeitraum von 2010 bis 2019 gebildet. Die Auslastung der betrachteten Jahreszeit des aktuellen Jahres wird ins Verhältnis zur Auslastung im 10-jährigen Mittel für diese Jahreszeit gesetzt. Dieses Verhältnis wird im Folgenden als Ertrag bezeichnet. Ein Ertrag von 100 % bedeutet, dass der aktuelle Ertrag genau dem Ertrag des Mittels der Jahre 2010 bis 2019 entsprach.

Im Sommer haben Solarenergieanlagen aufgrund des Sonnenstandes und der Tageslänge in der Regel eine größere Auslastung als Windenergieanlagen. Im Winter tritt der gegenteilige Effekt auf, sodass Windenergieanlagen eine größere Auslastung haben. Somit ergänzen sich Windenergie und Photovoltaik im Jahresgang. Der Herbst markiert dabei den Übergang zwischen den vorherrschenden Erzeugungsarten. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten gibt es aber manchmal Phasen mit wenig Wind und wenig Sonnenschein. 

Der Winter 2025/2026 war insgesamt sehr hochdruckgeprägt, die klassischen windigen Westwetterlagen blieben weitestgehend aus. Dies machte sich im Dezember 2025 bei der Windenergie bemerkbar, die lediglich am 18. und 19.12. sowie um den Jahreswechsel herum überdurchschnittlichen Ertrag gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2010 bis 2019 aufwies. Es gab allerdings auch keine mehrere Tage anhaltende Phase mit einem Ertrag von deutlich unter 50 %. Im Gegensatz zu den windgetriebenen Energiequellen konnte die Photovoltaik häufig von sonnigem Wetter profitieren. Gerade die zweite Dezemberdekade und die Weihnachtsfeiertage zeichneten sich durch mehrere Tage am Stück mit einem Ertrag von deutlich über 100 %, teilweise sogar über 150 % im Vergleich zur Periode von 2010 bis 2019 aus. So konnten sich im Dezember 2025 die verschiedenen Energiequellen zumindest während einiger Tage gegenseitig gut ergänzen.

Im Januar 2026 verlief die Entwicklung ähnlich wie im Dezember 2025. Der Ertrag aus windgetriebenen Energieanlagen blieb häufig bei um oder unter 100 % gegenüber der Vergleichsperiode von 2010 bis 2019. Lediglich der Zeitraum vom 16.01. bis zum 25.01. zeichnete sich durch deutlich überdurchschnittlichen Ertrag aus, da sich Sachsen-Anhalt in dieser Zeit in einer kräftigen südwestlichen Strömung befand. Das bedeutete für diesen Zeitraum auch sehr sonniges Wetter, da der Wind unter Hochdruckeinfluss die Bildung von Nebel und Hochnebel verhinderte. So konnte die Photovoltaik in dieser Phase außergewöhnlich hohe Erträge liefern, die in der Spitze bis über 300 % im Vergleich zum Zeitraum 2010 bis 2019 erreichten. An den letzten Tagen des Monats Januar lieferten sowohl Windenergie- als auch Solaranlagen deutlich unterdurchschnittliche Erträge. Über den gesamten Januar betrachtet, konnten sich die beiden Energieträger nur sehr schlecht ergänzen, meist lieferten beide zur gleichen Zeit hohe bzw. niedrige Erträge. 
Die erste Dekade des Februars in 2026 war durch sehr viele Wolken gekennzeichnet, weshalb der Ertrag aus der Photovoltaik deutlich unter 50 % lag. In der zweiten und dritten Dekade gab es immerhin einige Tage, deren Ertrag über 100 % gegenüber der Vergleichsperiode von 2010 bis 2019 hinaus ging, insbesondere in den letzten Tagen des Februars. Parallel zur trüben Phase im ersten Monatsdrittel zeigte sich über die Tage vom 05.02. bis 09.02. auch eine Phase mit sehr wenig Wind. Insgesamt waren die ersten beiden Dekaden des Februars durch überwiegend unterdurchschnittliche Erträge bei Windenergieanlagen und Photovoltaik geprägt. Die Windenergieanlagen konnten im letzten Monatsdrittel zumindest an einigen Tagen dann mit um die 150 % höhere Erträge erreichen. Grundsätzlich setzte sich das Bild aus dem Januar fort, dass sich die unterschiedlichen Energiequellen nur unzureichend ergänzten.

Über den ganzen Winter 2025/2026 gesehen, erreichte der Ertrag bei der Windkraft mit 77,5 % nicht das Mittel der Jahre von 2010 bis 2019. Dies war den dominierenden Hochdruckeinfluss mit wenig Wind zurückzuführen. Der Ertrag aus der Photovoltaik blieb mit 88,9 % nur etwas unterhalb des Mittels der Jahre 2010 bis 2019. Darüber hinaus konnten sich die Energiequellen im Januar und Februar nur schlecht gegenseitig ergänzen, dies gelang im Dezember noch besser.

Klima, Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Umweltallianz

Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
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