Passivsammlermessungen
Ermittlung von Stickstoffdioxidkonzentrationen
Im Rahmen der Umsetzung der Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG sind umfangreiche Beurteilungen der Luftqualität hinsichtlich der Stickstoffdioxidbelastung erforderlich. Zu den ortsfesten automatischen Messeinrichtungen (LÜSA) bieten Passivsammler aufgrund des einfachen Handlings eine kostengünstige Alternativmethode. Sie dienen der orientierenden räumlichen Beurteilung und ermöglichen zusätzlich den Blick auf einzelne Belastungsschwerpunkte, die sich u.a. durch infrastrukturelle und verkehrliche Veränderungen ergeben können.
Die Verwendung der Passivsammler erfolgt gemäß DIN EN 16339. Zum Einsatz kommen Passivsammler mit Membranbarriere der Fa. passam (Absorbens: Triethanolamin), die in einem Schutzgehäuse an den Messorten exponiert werden. In dieser Zeit nehmen die Sammler Stickstoffdioxid (NO2) aus der Umgebungsluft auf. Der Wechsel der Passivsammler erfolgt aller 14 Tage (26 Messwerte pro Messstandort und Jahr). Aus der gesammelten Stoffmasse und der Expositionszeit lässt sich unter Verwendung einer bei Vergleichsmessungen mit dem Referenzverfahren ermittelten Sammelrate die mittlere Konzentration an Stickstoffdioxid im Sammelzeitraum berechnen.
- Standorte der NO2-Passivsammler (2023)
- Ergebnisse der Messungen (2021-2023)
Ermittlung von Ammoniakkonzentrationen
Seit dem Jahr 2020 wird in Sachsen-Anhalt ein Messnetz zur Bestimmung der atmosphärischen Ammoniakkonzentration (NH3) mittels Passivsammlern betrieben, das anfänglich aus sieben Messstandorten bestand, und im Jahr 2024 um vier auf insgesamt elf Standorte erweitert wurde. Zum Einsatz kommen Passivsammler des sogenannten Plakettentyps nach FERM, welche mit Diffusionsabscheidern (NUPS-Denuder) kalibriert werden. Die Messhöhe beträgt einheitlich 3 m über dem Erdboden. Die Messungen repräsentieren Bereiche der Landwirtschaft und Tierhaltung, als auch Wald und Industrie. Der Wechsel der Passivsammler erfolgt aller vier Wochen.

