Erhaltung und Wiederherstellung artenreicher Lebensräume trockener bis sehr nasser Standorte
Durch historische Nutzungsformen wie Beweidung oder extensive Mahd entstanden in der Vergangenheit artenreiche Lebensräume, die heute Rückzugsorte zahlreicher Organismengruppen darstellen, denen die intensiv genutzte Agrarlandschaft keine Existenzmöglichkeiten bietet. Die Erhaltung dieser Biodiversität ist Gegenstand und Ziel des Natura2000-Netzes. Die fortschreitende Aufgabe dieser tradierten Nutzungen, aber auch latente äußere Beeinträchtigungen wie Klimawandel, Veränderungen des Landschaftswasserhaushalts oder Stoffeinträge gefährden in zunehmendem Maße die Artenvielfalt auf diesen Flächen. Hier bedarf es kompensierender Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensräume für die daran angepassten Arten.
Projekt
Das Landesamt für Umweltschutz hat für dieses Projekt 15 Flächen in sieben Landkreisen ausgewählt, die in besonderem Maße biotoppflegerischer Maßnahmen bedürfen. Die Maßnahmen beginnen im Jahr 2026 und dauern bis in das Jahr 2029 an. Die durch das Projekt abgedeckte Fläche beträgt etwa 17 ha.
Acht Projektflächen sind Bestandteil der NATURA-2000-Kulisse innerhalb von sieben FFH-Gebieten. Für fünf der sieben FFH-Gebiete liegen Managementpläne (MMP) vor. Die vorgesehenen Maßnahmen (Mahd und Entbuschung) für die Lebensraumtypen (LRT) 6210*, 6240* und 6410 und 7140 entsprechen den fachlichen Empfehlungen der Managementpläne.
Im Folgenden werden die einzelnen Flächen vorgestellt und erläutert, welche Maßnahmen umgesetzt und welche Ziele damit verfolgt werden.
Ziel
Im Projekt wird angestrebt, mit ersteinrichtenden und erhaltenden Maßnahmen einen günstigen Erhaltungszustand der betreffenden LRT wiederherzustellen, gesetzlich geschützte Biotope vor dem Verlust zu bewahren sowie die Bestände der wertgebenden Arten zu stabilisieren.
Projektflächen
Quetzer Berg (Anhalt-Bitterfeld, 0,87 ha)
Die Fläche auf dem Quetzer Berg stellt eine Verknüpfung mehrerer kleiner Teilflächen mit den verbliebenen Resten teils lössfreier Silikatmagerrasen, teils auf Lössauflagen entwickelter Halbtrockenrasen als nordöstlich vorgeschobenes Vorkommen der Vegetationskomplexe der Halleschen Porphyrkuppenlandschaft mit dem einzigen Vorkommen im Landkreis ABI dar (neben einem lössfreien Vorkommen bei Muldenstein). Der LRT 6210 enthält die Verantwortungsart Scabiosa canescens; dieser und der ebenfalls vorkommende LRT 8230 enthalten teils die einzigen Landkreisvorkommen von Pulsatilla vulgaris, Gagea bohemica etc. Die Rasen liegen seit Jahrzehnten brach, sind von weiterer Verbuschung und Sukzession sowie weiteren Artenverlusten bedroht.
Ziele:
Vorrangiges Ziel ist es, die wertvollen Offenlandlebensräume zu erhalten und die seltenen Artvorkommen langfristig zu sichern. Gleichzeitig soll die fortschreitende Verbuschung gestoppt und die typische Vegetationsstruktur wiederhergestellt werden.
Maßnahmen:
Auf dem Quetzer Berg soll Anfang 2026 auf der Projektfläche eine ersteinrichtende Entbuschung realisiert werden. In den Jahren 2026, 2027 und 2028 soll jeweils eine Pflegemahd im Juni umgesetzt werden. Die Mahd soll oberbodengleich ausgeführt werden, partielle Oberbodenanrisse sind erwünscht und dienen als Keimbett für konkurrenzschwache Arten. Diese Mahdqualität kann nur durch den Einsatz von Freischneidern gewährleistet werden. Das Schnittgut wird vollständig von der Fläche entfernt und ordnungsgemäß verwertet oder entsorgt.
Balgstädter Hohn (Burgenlandkreis, 0,39 ha)
Die Projektfläche auf dem Balgstädter Hohn ist Teil eines großflächigen Kalk-Offenlandkomplexes, der aufgrund der zurückgegangenen Schafbeweidung zunehmend verbracht. Der dort vorkommende prioritäre Lebensraumtyp 6210* beherbergt Bestände mehrerer Orchideenarten, insbesondere Orchis tridentata, die durch die Nutzungsaufgabe rückläufig sind.
Ziele:
Ziel ist es, den prioritären Lebensraumtyp und seine charakteristischen Orchideenbestände zu erhalten und den Verlust der Artenvielfalt zu verhindern.
Maßnahmen:
Um dies zu erreichen, ist eine kontinuierliche Pflege notwendig, die die Offenlandstrukturen erhält und die weitere Verbrachung stoppt. Auf dem Balgstädter Hohn ist geplant, durch eine Mahd den Biomasseaufwuchs sowie die Streuschicht zu entfernen. Die Mahd soll oberbodengleich ausgeführt werden, partielle Oberbodenanrisse sind dabei erwünscht und dienen als Keimbett für konkurrenzschwache Arten. Diese Mahdqualität kann nur durch den Einsatz von Freischneidern gewährleistet werden. Das Mahdgut wird von den Projektflächen entfernt und ordnungsgemäß entsorgt. Umgesetzt werden diese Maßnahmen jeweils zwischen Juli und Mitte September der Jahre 2026 bis 2028.
Plateau am Blücherstein (Burgenlandkreis, 0,94 ha)
Auf dem Plateau östlich des Blüchersteins finden sich ausgedehnte, orchideenreiche Halbtrockenrasen des Lebensraumtyps 6210*, die nach dem Ausbleiben der dortigen Schafbeweidung stark verbuschen.
Ziele:
Ziel ist die Erhaltung und Wiederherstellung der Halbtrockenrasen sowie die Sicherung der dort vorkommenden Orchideenvielfalt.
Maßnahmen:
Auf dem Plateau östlich Blücherstein sollen 2025/26 eine ersteinrichtende Entbuschung sowie in den Folgejahren 2026, 2027 und 2028 jeweils eine Pflegemahd im Sommer realisiert werden. Die Mahd soll oberbodengleich ausgeführt werden, wobei partielle Oberbodenanrisse erwünscht sind und als Keimbett für konkurrenzschwache Arten dienen. Diese Mahdqualität kann nur durch den Einsatz von Freischneidern gewährleistet werden. Das Mahd- und Schnittgut wird von den Projektflächen entfernt und ordnungsgemäß entsorgt.
Dreieckswiese im Hirschrodaer Graben (Burgenlandkreis, 0,74 ha)
Die Dreieckswiese im Hirschrodaer Graben beherbergt besonders individuenreiche Bestände des Kreuzenzians (Gentiana cruciata) und des Dreizähnigen Knabenkrauts (Orchis tridentata), die landesweit von Bedeutung sind. Nach dem Wegfall der Beweidung setzte eine deutliche Verbrachung ein, begleitet vom Beginn einer Gehölzsukzession. Der Kreuzenzian besitzt einen langen Assimilationszeitraum und eine späte Samenreife, was eine besonders angepasste Pflege erfordert.
Ziele:
Ziel ist es, die bedeutenden Populationen der Arten zu erhalten, die Sukzession zu stoppen und die charakteristische Vegetationsstruktur zu sichern.
Maßnahmen:
Die Dreieckswiese am Hirschrodaer Graben bedarf aufgrund ihres Zustands (Verbuschung und Ruderalisierung) sowie besonderer Ansprüche der wertgebenden Arten, insbesondere des Kreuzenzians, einer differenzierten Pflege. Im Februar 2026 erfolgt eine vollflächige ersteinrichtende Pflegemahd. In den Jahren 2026, 2027 und 2028 soll jeweils im Sommer eine Mahd der hälftigen, jährlich wechselnden Fläche erfolgen. Zusätzlich wird jeweils im Herbst/Winter 2026/27, 2027/28 und 2028/29 die gesamte Fläche gemäht. Das Mahdgut wird auch hier vollständig von der Fläche entfernt.
Weinberg Krawinkel (Burgenlandkreis, 1,55 ha)
Am Weinberg Krawinkel sind Halb- und Volltrockenrasen des Lebensraumtyps 6210* sowie Kalkschutthalden des Lebensraumtyps 8160* ausgebildet. Wertgebend sind dortige individuenreiche Orchideenvorkommen und des Auftretens des Frauenschuhs (Cypripedium calceolus), einer streng geschützten FFH‑Anhang‑II‑Art. Durch langjährige Nutzungsaufgabe hat sich eine starke Verbuschung eingestellt, die in den letzten Jahren bereits ehrenamtlich zurückgeschnitten wurde.
Ziele:
Ziel ist es, die wertgebenden Orchideenbestände und insbesondere das Vorkommen des Frauenschuhs zu erhalten und die Offenlandstrukturen dauerhaft zu sichern.
Maßnahmen:
Am Weinberg Krawinkel hat sich auf ganzer Fläche eine Gehölzsukzession eingestellt, die in den letzten Jahren wiederholt zurückgeschnitten wurde. Die neuaustreibenden Stockausschläge sollen 2025/26, 2026/27, 2027/28 und 2028/29 zurückgeschnitten werden. Das Schnittgut verbleibt in diesem Fall auf der Fläche, da sich die geringe Menge rasch zersetzt.
Ellerbachtal (Burgenlandkreis, 0,54 ha)
Im Ellerbachtal hat sich eine kleinflächige, artenreiche Feuchtwiese erhalten, die einen individuenreichen Bestand des stark rückläufigen Breitblättrigen Knabenkrauts (Dactylorhiza majalis) sowie eines der letzten Tieflandvorkommen der Trollblume (Trollius europaeus) in Sachsen‑Anhalt beherbergt. Da in den vergangenen Jahren keine Pflege stattfand, verschlechterte sich der Zustand der Fläche deutlich, und es kam zu einer Ausbreitung von Schilf, Hochstauden und Erlenaufwuchs.
Ziele:
Ziel ist die Wiederherstellung der Feuchtwiese, der Erhalt der seltenen Arten und die Rückführung der Fläche aus nährstoffreichen Brachestadien.
Maßnahmen:
Auf dem Feuchtwiesenstandort Ellerbachtal wird der Biomasseaufwuchs sowie die bereits akkumulierte Streuschicht durch eine ersteinrichtende Mahd entfernt. In den nordöstlichen Randbereichen muss im Rahmen der Erstsanierung (Anfang 2026) zudem der Erlenaufwuchs (max. bis 3 m hoch und bis 7 cm stark) entfernt werden. In den Sommermonaten der Jahre 2026 bis 2028 wird die Projektfläche dann jeweils zweimal gemäht. Das Mahd- und Schnittgut wird komplett von der Projektfläche entfernt und ordnungsgemäß entsorgt.
Saalehang südlich Oeglitzsch (Burgenlandkreis, 0,94 ha)
Der Saalehang südlich von Oeglitzsch stellt den bestausgebildeten Rest der wenigen verbliebenen Halbtrockenrasen des LRT 6210 im Raum Weißenfels dar. Die Fläche umfasst sowohl kalkreiche als auch regional seltene, leicht versauerte Ausprägungen und beherbergt das letzte lokale Vorkommen der Verantwortungsart Graue Skabiose (Scabiosa canescens) sowie weitere seltene Pflanzen- und Insektenarten. Jahrzehntelange Brache hat zu starker Verbuschung geführt und der untere Hangbereich ist bereits bewaldet.
Ziele:
Das Ziel der Maßnahmen ist es, der fortschreitenden Verbuschung des Halbtrockenrasens entgegenzuwirken und einen günstigen Erhaltungszustand herzustellen sowie die seltenen Arten zu sichern.
Maßnahmen:
Am Saalehang bei Oeglitzsch soll im Februar 2026 eine ersteinrichtende Entbuschung und eine ersteinrichtende Pflegemahd stattfinden. Im Juni der Jahre 2026, 2027 und 2028 wird eine oberbodengleiche Pflegemahd mittels Freischneider durchgeführt. Das Mahd- und Schnittgut wird vollständig von der Fläche entfernt und ordnungsgemäß entsorgt.
Schwefeltal (Landkreis Harz, 1,81 ha)
Die Fläche im Schwefeltal weist einen außergewöhnlichen Reichtum an naturschutzfachlich wertvollen Arten auf, darunter zahlreiche Vertreter der Kategorien 1 und 2 der Roten Liste Sachsen‑Anhalts. Die LRT 6210*, 6510 und 6520 sind noch in einem guten Erhaltungszustand vorhanden und zeichnen sich durch ein charakteristisches und besonders wertgebendes Artinventar aus.
Ziele:
Das Ziel der Maßnahme ist es, den günstigen Erhaltungszustand der LRT und ihrer wertgebenden Arten langfristig zu sichern und negative Entwicklungen wie Verbrachung und Verbuschung sowie daraus resultierende Artverluste zu verhindern.
Maßnahmen:
Die Projektfläche im Schwefeltal soll in den Jahren 2026 bis 2029 einmal jährlich zwischen Juli und Mitte September durch motormanuelle Mahd vom Biomasseaufwuchs und der Streuschicht befreit werden. Dafür ist es notwendig, dass die Mahd ausschließlich mittels Freischneider auf Höhe des Erdbodens ausgeführt wird; partielle Oberbodenanrisse sind dabei erwünscht und dienen als Keimbett für konkurrenzschwache Arten. Das Mahdgut wird von der Projektflächen entfernt und ordnungsgemäß entsorgt.
Mahlpfuhler Fenn – zwei Teilflächen (Landkreis Stendal, 2,92 und 0,51 ha)
Die Zwischenmoore im Mahlpfuhler Fenn gehören zu den am besten erhaltenen Mooren ihres Typs im Tief- und Hügelland Sachsen‑Anhalts und entsprechen dem Lebensraumtyp 7140. Die hydrologischen Verhältnisse sind nur geringfügig gestört und das charakteristische Artinventar ist reich an stark gefährdeten Arten. Jedoch haben die Trockenperioden der letzten Jahre das spontane Aufkommen von Gehölzen, vor allem Kiefern, begünstigt, was durch Beschattung und erhöhte Transpiration die moortypische Vegetation und die Wasserbilanz beeinträchtigt.
Ziele:
Die Maßnahme hat zum Ziel, die moortypische Vegetation zu erhalten und die günstigen hydrologischen Bedingungen des Torfkörpers wiederherzustellen und zu stabilisieren. Dadurch soll die Funktion des Moores als natürlicher Kohlenstoffspeicher gesichert und so auch ein Beitrag zum natürlichen Klimaschutz geleistet werden.
Maßnahmen:
In den Zwischenmooren des Mahlpfuhler Fenns ist eine motormanuelle Gehölzentfernung vor allem von Wald-Kiefer (Pinus sylvestris), Hänge-Birke (Betula pendula), Moor-Birke (Betula pubescens) und Weiden (Salix spec.) erforderlich. Die im Herbst/Winter 2025/26 motormanuell abzuschneidenden Gehölze verbleiben dabei auf der Fläche, da sie aufgrund des Wasserüberschusses auf den beiden Flächen zur Torfbildung beitragen. Eine Befahrung oder auch ein übermäßiges Betreten der empfindlichen Moorflächen wird dadurch vermieden.
Ahlumer Moorwiesen / Riehenwiesen (Altmarkkreis Salzwedel, 0,48 ha)
Die Ahlumer Moorwiesen sind Teil eines Quellmoores am Südrand der Hartau‑Niederung. Aufgrund eines unzureichenden Wasserdargebots und zusätzlicher Stoffeinträge aus angrenzender Landwirtschaft hat sich der Zustand des Gebietes in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert. Artenreiche Feuchtwiesen des Lebensraumtyps 6410, die unter anderem Restvorkommen der Verantwortungsart Breitblätttriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) beherbergen, sind nur noch im südlichen Teil erhalten.
Ziele:
Das Ziel der Maßnahme ist es, die verbliebenen Feuchtwiesen zu stabilisieren und einen günstigen Erhaltungszustand wiederherzustellen sowie die wertgebenden Artvorkommen zu sichern und so dem fortschreitenden Verlust des LRT und seiner charakteristischen Artausstattung entgegenzuwirken.
Maßnahmen:
Auf den Ahlumer Moorwiesen soll der Biomasseaufwuchs sowie die bereits akkumulierte Streuschicht durch eine ersteinrichtende Mahd mittels Freischneider entfernt werden. Das Mahdgut wird beräumt und ordnungsgemäß entsorgt. Im Herbst/Winter 2025/2026 erfolgt eine ersteinrichtende Mahd; in den Jahren 2026-2028 ist jeweils eine zweischürige Mahd, einmal Mitte Juni bis Mitte Juli und ein zweites Mal im September, geplant.
Weidahang bei Schraplau (Mansfeld-Südharz, 4,08 ha)
Der südexponierte Hang des Weidatals östlich des Schwimmbades Schraplau umfasst artenreiche kontinentale Trocken- und Halbtrockenrasen des Lebensraumtyps 6240* auf Muschelkalk mit teils geringer Lössauflage. Charakteristisch sind Vorkommen von Arten wie Nadelröschen (Fumana procumbens), Gelbem Zahntrost (Odontites luteus), Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana), Pferde-Sesel (Seseli hippomarathrum) und der Verantwortungsart Graue Skabiose (Scabiosa canescens). Durch langjährige Brache sind Teile des Hanges stark verbuscht.
Ziele:
Das Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung des offenen Charakters der Projektfläche. So soll ein günstiger Erhaltungszustand der Trocken- und Halbtrockenrasen wiederhergestellt und erhalten sowie die wertgebenden Artvorkommen gesichert werden.
Maßnahmen:
Da im Rahmen eines Bundesprogramms bereits eine Weidetierhalterin gewonnen und Zauntrassen freigestellt wurden, kann die Fläche nun durch eine umfassende Entbuschung und anschließende Beweidung langfristig stabilisiert und ökologisch aufgewertet werden. Im Februar 2026 findet die Entbuschung auf der kompletten Fläche statt, wobei stehendes Totholz und Obstbäume belassen werden. Die neuaustreibenden Gehölze und nachtreibenden Stockausschläge sollen jeweils in den folgenden Wintern (bis 2029) zurückgeschnitten werden. Das Schnittgut wird dabei vollständig von der Fläche entfernt und ordnungsgemäß entsorgt. Dies betrifft an dieser Stelle auch das Gehölzmaterial der Nachtriebe, weil dornige Gehölztriebe in die Läufe der Weidetiere eingetreten werden können, wenn das Material auf der Fläche verbleibt.
Kuhschellen-Hänge bei Alterode (Mansfeld-Südharz, 0,61 ha)
Die Kuhschellen-Hänge umfassen einen steilen, südwestexponierten Hang auf Diabasgestein, das in einem historischen Steinbruch abgebaut wurde. Die Fläche weist überwiegend weniger artenreiche, aber dennoch wertvolle Bestände des Lebensraumtyps 6210 auf, die einen bemerkenswert individuenreichen Bestand der Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis) enthalten. Am Südende des Oberhanges findet sich zudem ein kleinflächiger Bestand des Lebensraumtyps 6240* mit Pfriemengras (Stipa capillata) und Berg-Lauch (Allium lusitanicum). Durch langjährige Nichtnutzung ist der Hang stark verbuscht.
Ziele:
Das Ziel der Maßnahme ist die Erhaltung des offenen Charakters der Projektfläche, um so einen günstigen Erhaltungszustand der Trocken- und Halbtrockenrasen wiederherzustellen und zu erhalten sowie die wertgebenden Artvorkommen zu sichern.
Maßnahmen:
Auf den Kuhschellen-Hängen bei Alterode sollen die Gehölze am Hang und am Hangfuß der Steinbruchfelsen zunächst über eine ersteinrichtende Entbuschung im Februar 2026 entfernt sowie jeweils in den folgenden Wintern (bis 2029) die neuaustreibenden und nachtreibenden Stockausschläge zurückgeschnitten werden. Das Schnittgut wird bei der Ersteinrichtung vollständig von der Fläche entfernt; der Gehölzaufwuchs der folgenden Jahre verbleibt breitwürfig auf der Fläche und zersetzt sich rasch. Bedingt durch den extrem trockenen und flachgründigen Standort und den daraus resultierenden geringen Aufwuchs ist eine Mahd der Fläche nicht notwendig.
Kalktrockenrasen nordöstlich von Quenstedt (Mansfeld-Südharz, 0,39 ha)
Auf einer auslaufenden Muschelkalkschichtrippe nordöstlich von Quenstedt liegen stark verbuschte Kalktrocken- und Halbtrockenrasen des Lebensraumtyps 6210. Die Fläche beherbergt zahlreiche seltene Pflanzenarten, darunter das isolierte und landesweit nördlichste Vorkommen von Gewöhnlicher Steinkresse (Hornungia petraea), Reste der stark gefährdeten Bunten Erdflechten-Gesellschaft (Fulgensia fulgens) sowie die extrem seltene Zwergheideschnecke (Xerocrassa geyeri). Durch langjährige Brache breiten sich Sukzessionsgehölze aus und führen zu einem fortschreitenden Verlust des Lebensraumtyps.
Ziele:
Das Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung des offenen Charakters der Projektfläche, um so einen günstigen Erhaltungszustand der Trocken- und Halbtrockenrasen wiederherzustellen und zu erhalten sowie die wertgebenden Artvorkommen zu sichern.
Maßnahmen:
In einer Ersteinrichtung (Februar 2026) sollen die Gehölze vollständig entfernt und in den folgenden Winterhalbjahren (bis 2029) jeweils ihre Nach- und Neutriebe zurückgeschnitten werden. Eine Mahd ist aufgrund des extrem trockenen und flachgründigen Standortes nicht erforderlich. Das Schnittgut wird bei der Ersteinrichtung vollständig von der Fläche entfernt und ordnungsgemäß entsorgt. Der abzuschneidende Folgeaufwuchs der Gehölze verbleibt breitwürfig auf der Fläche und zersetzt sich dort rasch.
Federgrashang bei Rothenburg (Saalekreis, 0,46 ha)
Die Projektfläche Federgrashang südlich des Nussgrundes bei Rothenburg umfasst einen größeren westexponierten und einen kleineren südexponierten Offenhang mit kontinentalen Trockenrasen basenreicher Standorte des Lebensraumtyps 6240*. Am oberen Rand der kleineren Fläche bestehen Übergänge zu Silikatfelskuppenvegetation. Beide Bereiche sind durch einen nur mäßig verbuschten Abschnitt miteinander verbunden. Durch langjährige Brache haben sich Sukzessionsgehölze ausgebreitet, die zu einem fortschreitenden Verlust des Lebensraumtyps führen. Das Federgrasvorkommen am Ostrand der größeren Fläche ist bereits teilweise von Robinien und Schlehen überwachsen.
Ziele:
Das Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung des offenen Charakters der Projektfläche, um so einen günstigen Erhaltungszustand des Trockenrasens wiederherzustellen und zu erhalten sowie die wertgebenden Artvorkommen zu sichern.
Maßnahmen:
Die Gehölze sollen in einer Ersteinrichtung im ersten Jahr (2026) entfernt und in den folgenden Winterhalbjahren (bis 2029) jeweils die Nach- und Neutriebe abgeschnitten werden. Eine Mahd ist aufgrund des extrem trockenen und flachgründigen Standortes nicht erforderlich.
Das Schnittgut ist bei der Ersteinrichtung vollständig von der Fläche zu entfernen und kann im benachbarten Wald abgelagert werden. Der abzuschneidende Folgeaufwuchs der Gehölze bleibt breitwürfig auf der Fläche und zersetzt sich dort rasch.
Zeitraum der Umsetzung
Die Maßnahmen werden von Anfang 2026 bis zum März 2029 umgesetzt. Die Ersteinrichtung der Flächen findet bis zum Februar 2026 statt. Gehölzrückschnitte werden in den Wintermonaten von Oktober bis Februar durchgeführt. Die Mahdzeitpunkte und -häufigkeit unterscheiden sich je nach Fläche und beschränken sich meist auf das Sommerhalbjahr.
Finanzierung
Das Projekt wird durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) unterstützt.





