Von Katharina Roloff
Am Hansering in Halle brannte am 3. Februar 2025 das Lager eines Küchenstudios. Der oder die Brandstifter legten sowohl morgens als auch abends Feuer. Die Meldungen gingen um 7:32 und 19:49 Uhr bei der Leitstelle ein. Der Brandort hat nur eine geringe Entfernung zu den Messstationen des Lufthygienischen Überwachungssystems Sachsen-Anhalt LÜSA (siehe Abbildung 1).
- Halle/Riebeckplatz, HERP liegt 1,15 km südöstlich
- Halle/Paracelsusstraße, M501 liegt 1,3 km nordöstlich
- Halle/Nord, HENN liegt 1,4 km nordöstlich
Der Brand am Abend war laut Berichterstattung und offiziellen Bildern der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort ausgedehnter.
Der Wind wehte zum Tatzeitpunkt morgens aus südlichen Richtungen, am Abend dann drehte er im Laufe des Brandereignisses auf Südwest. Daher ist eine Anströmung der beiden nordöstlich gelegenen Messstationen zumindest am Abend denkbar. In den Feinstaubdaten ist an der Station Halle/Nord ein sprunghafter Anstieg der PM10- und PM2,5-Konzentrationen auf 167 bzw. 128 µg/m³ um 20:30 zu verzeichnen, wie Abbildung 2 zeigt. Um 21 Uhr sind die Konzentrationen noch immer sehr hoch (120 bzw. 96 µg/m³). 21:30 Uhr sind die Konzentrationen wieder auf das vorherige Niveau gesunken. Die Paracelsusstraße zeigt zu diesem Zeitpunkt einen abnehmenden bzw. stagnierenden Verlauf der beiden Feinstaubfraktionen. Der Wind wehte im betreffenden Zeitraum mit unter 1 m/s an der Station Halle/Nord und mit 3 m/s am Gittermast Reideburger Straße (HEGM). Da die beiden Stationen Halle/Nord und Halle/Paracelsusstraße jedoch im Abwindbereich des Brandherdes sehr nah zusammen liegen, ist schwer vorstellbar, dass die Rauchfahne nur die Station Halle/Nord erreicht haben soll und an der Station Halle/Paracelsusstraße kein Einfluss zu sehen ist.
In den Black Carbon Messungen an beiden Stationen zeigt sich ein ähnliches Bild (siehe auch Abbildung 3). Die Messdaten aus Halle/Nord zeigen einen deutlichen Anstieg der Belastung um ca. 12 µg/m³. Gleichzeitig sinkt der Anteil für Black Carbon aus der Biomasseverbrennung (BB) um 8 %. Die Station Halle/Paracelsusstraße zeigt keinen so deutlichen Einfluss im Verlauf des Abends.
Fraglich ist nun, ob der Brand an diesem Abend tatsächlich ausschließlich einen Einfluss auf die Messungen in Halle/Nord zeigte oder ob nicht ein lokales Ereignis, z.B. die Verbrennung von Abfall in der nahe gelegenen Kleingartensiedlung, zum Anstieg in der Feinstaub- und Black Carbon Belastung an der Messstation Halle/Nord führte.