Preis der Umweltallianz Sachsen-Anhalt 2026
- Engagement im Umweltschutz – unternehmerisches Handeln für die Zukunft
- Jury Preis der Umweltallianz 2026
- Preisträger: Stadtwerke Hettstedt GmbH
- Finalist: Synthos Schkopau GmbH
- Finalist: Wittenberg Gemüse GmbH
- Fotogalerie zum Preis der Umweltallianz 2026
- Unterstützer des Preises der Umweltallianz 2026
Engagement im Umweltschutz – unternehmerisches Handeln für die Zukunft
Die Verleihung des 10. Preises der Umweltallianz stand in diesem Jahr unter dem Motto „Engagement im Umweltschutz – unternehmerisches Handeln für die Zukunft“.
Dafür bewerben konnten sich sachsen-anhaltische Unternehmen, die deutlich machen, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und Umweltschutz nicht gegenseitig ausschließen, indem sie
• ambitioniert Klimaschutzmaßnahmen ergreifen,
• die immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen effizient einsetzen,
• durch ihre Innovationsstärke die Klima- und Ressourcenschonung vorantreiben und
• das wirtschaftliche Potenzial in grünen Technologien, Produkten und Dienstleistungen erkennen, weiterdenken und nutzen.
Die Umweltallianz hatte den Preis mit 8.500 Euro ausgelobt.
Eine Jury wählte in einem ersten Bewertungsschritt aus allen Bewerbern zunächst drei Finalisten aus. Diese präsentierten sich im Mai persönlich der Jury und erhielten ein Video für die eigene Öffentlichkeitsarbeit.
Die Preisverleihung fand am 17.06.2026 in der IHK Halle-Dessau statt.
Jury Preis der Umweltallianz 2026
Vorsitz:
Prof. Dr.-Ing. Mathias Seitz
Professur für Verfahrenstechnik/Technische Reaktionsführung an der Hochschule Merseburg, Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften
Mitglieder:
- Prof. Dr. Thomas Brockmeier
Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau
- Marko Mühlstein
Geschäftsführer der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA)
- Dr. Christiane Röper
Vizepräsidentin des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) und Abteilungsleiterin Immissionsschutz, Klima, Nachhaltigkeit des LAU
Preisträger: Stadtwerke Hettstedt GmbH
Würdigung für: Transformation des Fernwärmesystems in eine klimaneutrale Wärmeversorgung mit dem Projekt „Grüne Fernwärme Hettstedt“
Mit dem Projekt „Grüne Fernwärme Hettstedt“ entwickelt die Stadtwerke Hettstedt GmbH ihr bestehendes Fernwärmesystem schrittweise weiter. Ziel ist eine langfristig zuverlässige, bezahlbare und umweltfreundlichere Wärmeversorgung unter veränderten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Grundlage ist ein ganzheitliches Transformationskonzept, das Wärmeerzeugung, Wärmespeicherung und Wärmeverteilung gemeinsam betrachtet. Die Umsetzung erfolgt in mehreren ineinandergreifenden Projektstufen. Der Baubeginn der ersten Projektstufe ist für Juni 2026 vorgesehen.
Geplant sind der Ausbau des Fernwärmenetzes, die Einbindung erneuerbarer Wärmeerzeugung sowie ein geothermischer Langzeit-Wärmespeicher zur saisonalen Speicherung von Wärme. Wesentliche technische Bausteine sind Luft/Wasser- und Wasser/Wasser-Großwärmepumpen, Kurzzeitwärmespeicher sowie eine Photovoltaik-Thermie-Anlage (PVT-Anlage), die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt.
Ein innovativer Kern des Projekts ist die intelligente Sektorenkopplung von Strom und Wärme. Elektrische Energie, Wärmepumpen, Speicher und Fernwärmenetz werden zu einem flexibel steuerbaren Gesamtsystem verbunden. So kann elektrische Energie gezielt zur Wärmeerzeugung eingesetzt, Wärme gespeichert und später bedarfsgerecht in das Fernwärmesystem eingebunden werden. Die PVT-Anlage soll zudem die Regeneration des geothermischen Langzeit-Wärmespeichers unterstützen.
Im Zuge der Umsetzung soll der Einsatz fossiler Energieträger schrittweise reduziert und der CO₂-Ausstoß deutlich verringert werden. Das Projekt zeigt einen praxisnahen und übertragbaren Weg, wie bestehende Fernwärmesysteme in kleineren und mittleren Städten modernisiert und zukunftsfähig aufgestellt werden können.
Finalist: Synthos Schkopau GmbH
Würdigung für: Synthesekautschuk für verbesserten Reifenabrieb – ein Beitrag zur Mikroplastikreduktion
Die Synthos Schkopau GmbH baut als größter Anbieter von Synthesekautschuk in Europa die Palette nachhaltiger Produkte kontinuierlich aus. Ein Schwerpunkt von Synthos Schkopau liegt auf der Entwicklung von Materialien, die zur nachhaltigen Mobilität beitragen.
In den letzten 15 Jahren wurden am Standort Schkopau erfolgreich SSBR-Typen (Solution Styrene-Butadiene Rubber) für energieeffiziente Reifen entwickelt und vermarktet. Dem Synthos-Forscherteam ist es gelungen, zusätzlich den Reifenabrieb zu verringern und damit auch die Mikroplastikbildung aus Reifen zu minimieren. In Hochleistungsreifen verwendete Synthesekautschuke müssen umfangreiche Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Für den ökologischen Fußabdruck von Reifen sind umweltverträgliche Zusatzstoffe sowie der Einfluss neuer Synthesekautschuke, z. B. SSBR, relevant. Leistungseigenschaften des Reifens, die mit dem Fahrverhalten und der Sicherheit des Fahrzeugs verbunden sind, müssen mit einem geringen Rollwiderstand und einem niedrigen Abrieb korreliert werden. Während ein hoher Rollwiderstand den Energieverbrauch der Fahrzeuge erhöht, verursacht ein hoher Abrieb die verstärkte Bildung von Mikroplastik. Die neue Technologie reduziert den Reifenabrieb um ca. 10-15, ohne die Leistungseigenschaften zu beeinträchtigen.
Finalist: Wittenberg Gemüse GmbH
Würdigung für: Industriesymbiose im Gemüseanbau: CO₂‑ & Abwärmenutzung, geschlossene Wasser‑ und Energiekreisläufe sowie regionale Wertschöpfung
Die Wittenberg Gemüse GmbH betreibt gemeinsam mit den Erzeugerbetrieben Marion van Gog Gemüse GmbH und Wichard Schrieks Gemüse GmbH ein integriertes Kreislaufkonzept für Gewächshausproduktion, Verpackung und Vermarktung. In den Gewächshäusern der Erzeugerbetriebe werden Tomaten, Paprika und Erdbeeren angebaut. Zentrale Elemente sind die Nutzung von CO₂ zur Unterstützung der Photosynthese sowie die Nutzung industrieller Abwärme eines benachbarten Unternehmens.
Geschützter Gemüseanbau und Frischelogistik sind ressourcenintensiv (Wärme, Strom, Wasser, Verpackung) bei zugleich hohen Anforderungen an Qualität, Lebensmittelsicherheit und Versorgungssicherheit. Deswegen setzt die Wittenberg Gemüse GmbH seit Gründung auf Industriesymbiose und geschlossene Kreisläufe: CO₂-Nutzung zur Kulturführung, Abwärme zur Beheizung von Gewächshäusern, Büro- und Sozialbereichen sowie zur Trinkwassererwärmung; Wasser- und Nährstoffkreisläufe mit digitaler Tröpfchenbewässerung, Eigenstrom aus PV, Nutzung von Regenwasser zur Bewässerung der Kulturen und Mehrwegverpackung und Regionallogistik als konsequent verzahntes Gesamtsystem.
Fotogalerie zum Preis der Umweltallianz 2026
Unterstützer des Preises der Umweltallianz 2026
Letzte Aktualisierung: 18.06.2026

