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Das meteorologische Frühjahr 2026 aus klimatischer Sicht und die Bedeutung für die erneuerbaren Energien

Einordnung von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer sowie ein Überblick zur Auslastung Erneuerbare-Energien-Anlagen

Das Frühjahr 2026 war in Sachsen-Anhalt erneut zu warm und brachte bereits im Mai Sommerwetter. Er war knapp der zweitsonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und durchschnittlich feucht. 
Die dominierenden Hochdruckgebiete sorgten im vergangenen Frühjahr für einen ausreichenden Ertrag bei den Photovoltaikanlagen, insbesondere der März zeichnete sich durch überdurchschnittliche Erträge aus. Im Gegensatz dazu gab es erheblich weniger Wind und entsprechend unterdurchschnittliche Erträge aus der Windenergie.

März

Die Dominanz der Hochdruckwetterlagen seit November 2025 setzte sich auch im März 2026 unvermindert fort. Gerade in der ersten Monatshälfte sorgte ein Hochdruckgebiet über Ost- und Südeuropa für sonniges Wetter mit milden Luftmassen. So konnten tagsüber häufig 15 °C bis knapp 20 °C erreicht werden. An einigen Stationen des Lufthygienischen Überwachungssystems Sachsen-Anhalts (LÜSA), wie beispielsweise in Magdeburg oder Zartau, wurden sogar Temperaturen von knapp über 20 °C gemessen (allerdings erfüllen die LÜSA-Messstationen nicht die Standards der Stationen des Deutschen Wetterdienstes). In den klaren Nächten konnte es hingegen stark abkühlen, sodass es wiederholt zu leichtem Nachtfrost kam. Zur Monatsmitte konnte sich, zumindest vorübergehend, leichter Tiefdruckeinfluss bemerkbar machen und es kam zu kühlen Temperaturen und Niederschlägen. Im Anschluss baute sich erneut ein Hochdruckgebiet auf, das seinen Schwerpunkt über Nordeuropa hatte. Dies führte etwas kühlere und teilweise auch feuchtere Luftmassen aus Osteuropa nach Sachsen-Anhalt. In der Folge war die zweite Monatshälfte weniger mild und sonnig als die erste Monatshälfte. Über den gesamten Monat hinweg gab es viele Nächte mit Frost, besonders im Harz waren es mehr als 20 Tage, aber auch in Genthin und Aschersleben konnten 21 bzw. 20 Tage mit Nachtfrost registriert werden. Wegen der sehr milden Tage erreichte der März in Sachsen-Anhalt dennoch eine Monatsmitteltemperatur von 6,7 °C und lag damit um 3,0 K über dem Monatsmittel der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 und um 1,9 K über dem Klimamittel von 1991 bis 2020. Während es im Februar 2026 bereits Tageshöchsttemperaturen von knapp über 20 °C in Sachsen-Anhalt gegeben hatte, konnte im März die 20-Grad-Marke nicht erreicht werden. 

Als Folge des anhaltenden Hochdruckeinflusses blieb der Niederschlag teilweise deutlich hinter den langjährigen Mittelwerten zurück. Mit 20,3 mm Niederschlagssumme in Sachsen-Anhalt wurden nur 51,1 % des mittleren Monatsniederschlags der Referenzperiode von 1961 bis 1990 erreicht. Im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020 ergibt diese aktuelle Monatssumme sogar nur 49,6 %. Nach einem bereits zu trocknem Winter setzte sich die Niederschlagsarmut auch im März fort. Besonders trocken war es dabei in einem Streifen vom Harz bis in die Altmark. So fielen in Sangerhausen mit 7,6 mm nur 20,6 % der üblichen Niederschlagsmenge. Etwas feuchter war es dagegen im äußersten Süden Sachsen-Anhalts, beispielsweise in Zeitz mit 32,1 mm Niederschlag, was 82,7 % der üblichen Niederschlagssumme des Zeitraums von 1961 bis 1990 entspricht.

Nach dem Dezember 2025 und dem Januar 2026 war auch der März 2026 ungewöhnlich sonnenscheinreich. Im Flächenmittel Sachsen-Anhalts konnten 202,0 Sonnenstunden gemessen werden. Damit war der März 2026 der drittsonnigste seit 1951 nach 2022 und 2025 und erreichte 184,7 % des Referenzklimamittels von 1961 bis 1990 bzw. 163,9 % im Vergleich zur neueren Klimaperiode von 1991 bis 2020.

April

Wie schon in den Vormonaten war auch der April ein stark von Hochdruck dominierter Monat. Dies führte in den häufig sternenklaren Nächten für intensives Auskühlen und führte zu wiederholtem Boden- und Luftfrost. So gab es besonders im Harz und dessen Umfeld sowie in der Altmark verbreitet um 10 Tage mit Nachtfrost, in den höheren Harzlagen auch bis zu 20 Tage. Gleichzeitig sorgte die Sonne tagsüber für eine deutliche Erwärmung, die am 18.04. dann die höchsten Temperaturen des Monats brachte. So konnten in weiten Landesteilen über 20 °C gemessen werden, am wärmsten wurde es dabei in Köthen mit 22,8 °C, in Huy-Pabstorf mit 22,1 °C und in Zeitz und Möckern-Drewitz mit 22,0 °C. An der LÜSA-Station in Leuna konnten sogar 23,9 °C gemessen werden. Daraus ergibt sich für den Gesamtmonat eine Mitteltemperatur des Flächenmittels Sachsen-Anhalts von 8,9 °C, welche um 1,2 K über dem Klimareferenzwert der Periode von 1961 bis 1990 bzw. um 0,5 K unter dem Klimamittel von 1991 bis 2020 lag. 

Obwohl der April über viele Tage wenig oder keinen Niederschlag brachte, erreichte er im Flächenmittel Sachsen-Anhalts 40,3 mm Niederschlag. Das entspricht mit 93,1 % fast dem Mittelwert der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990. Gegenüber der deutlich trockeneren Periode von 1991 bis 2020 war der Monat sogar deutlich zu feucht mit 128,7 % der üblichen Niederschlagsmenge. Dies lag an einem Niederschlagsereignis am 19.04., das in weiten Landesteilen mehr als die Hälfte des Niederschlagssolls des Monats brachte. An vielen Messstationen konnten an diesem Tag mehr als 25 mm Niederschlag registriert werden, besonders viel kam dabei in Wernigerode-Schierke mit 39,2 mm, in Wittenberg-Straach mit 37,5 mm und auf dem Brocken mit 36,1 mm herunter. An der LÜSA-Station in Friedrichsbrunn im Unterharz konnten an diesem Tag 36,4 mm Niederschlag registriert werden. So wurde im zentralen und östlichen Sachsen-Anhalt oft mehr Niederschlag gemessen als im langjährigen Mittel zu erwarten wäre, gleichzeitig blieben aber der Nordwesten und der äußerste Süden hinter den langjährigen Mittelwerten zurück. 

Auch der April war in der Folge der Hochdruckgebiete sehr sonnenscheinreich. Mit 248,5 Sonnenstunden wurden 163,5 % der üblichen Sonnenscheindauer des Klimareferenzzeitraums von 1961 bis 1990 erreicht. Im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020 wurden 133,9 % der üblichen Sonnenscheindauer gemessen. Damit war der April der sonnenscheinreichste seit 2020. 

Mai

Das sonnige und auch warme Hochdruckwetter vom April fand im Mai zunächst seine Fortsetzung mit bereits sommerlichen Temperaturen von 25 bis 30 °C. Ab 04.05. setzte mit kräftigen Niederschlägen eine deutliche Abkühlung ein. Diese wechselhafte und kühle Phase begleitete uns bis zum Ende der zweiten Monatsdekade. Dabei kam es vereinzelt, wie beispielsweise in Genthin, nochmals zu leichtem Nachtfrost. In den letzten 10 Tagen des Mais kehrte das sehr sonnige und sehr warme Wetter wieder zurück nach Sachsen-Anhalt. Die Temperaturen stiegen verbreitet in den sommerlichen Bereich und es wurden die ersten Heißen Tage mit Tageshöchsttemperaturen von 30,0 °C oder mehr gemessen. Am heißesten war es dabei in Demker und Seehausen mit 31,1 °C. Noch wärmer war es an der LÜSA-Station in Roßla in der Goldenen Aue mit 33,9 °C. Die ungewöhnlich warme Phase zum Monatsende konnte die kühle Witterung zuvor mehr als ausgleichen, sodass der Monat Mai mit einer Monatsmitteltemperatur von 14,3 °C in Sachsen-Anhalt um 1,5 K über der Mitteltemperatur der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 lag. Auch gegenüber der Klimaperiode von 1991 bis 2020 war der Mai noch um 0,6 K wärmer.

Besonders am 05.05. beim Wechsel von sehr warmer zu kühler Witterung kam es zu anhaltenden und intensiven Niederschlägen. An einigen Stationen konnten zwischen 40 und 50 mm Niederschlag binnen 24 Stunden gemessen werden. Besonders nass war es am 05.05. in Börde-Hakel-Hakeborn mit 58,5 mm oder in Aschersleben-Mehringen mit 54,1 mm Niederschlag. Der Nordosten des Landes blieb von den kräftigen Niederschlägen weitestgehend verschont, sodass dort der Monat insgesamt sogar zu trocken ausfiel. Besonders wenig Niederschlag fiel dabei in Havelberg mit 38,1 mm, was 79,9 % der Klimareferenzperiode entspricht. Dagegen konnten in Finne-Lossa mit 129,7 mm mehr als Doppelte (203,0 %) der üblichen Niederschlagssumme registriert werden. Für ganz Sachsen-Anhalt sind im Flächenmittel 72,0 mm Niederschlag gefallen. Dies entspricht 138,7 % der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 130,3 % der Klimaperiode von 1991 bis 2020. Damit war der Mai 2026 der feuchteste seit 2014.
Das extrem sonnige letzte Monatsdrittel schlägt sich auch in der Bilanz des ganzen Monats nieder und konnte die bewölkte Zeit davor deutlich kompensieren. So konnten im Mai 257,8 Sonnenstunden gemessen werden und damit 125,1 % der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 wurden noch 117,0 % erreicht.

Frühjahr

Wenn man das gesamte Frühjahr 2026 vom 01.03. bis 31.05. betrachtet, war dieses mit einer Mitteltemperatur von 10,0 °C um 1,9 K wärmer als das Mittel der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum 30-jährigen Klimamittel von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 0,7 K. 

Insbesondere der März war sehr trocken, dies konnte durch den Mai und teilweise den April ausgeglichen werden. Dabei war vor allem dank des Mais jedoch der Südwesten des Landes im Vorteil gegenüber dem Nordosten. So war das Frühjahr entlang und östlich der Elbe häufig zu trocken, während es sonst teils deutlich zu feucht war. Am trockensten war es dabei in Genthin mit 73,8 mm Niederschlag bzw. 58,3 % im Vergleich zur Klimareferenzperiode. Im Gegensatz dazu war es in Quedlinburg mit 179,4 mm bzw. 149,9 % zur Klimareferenzperiode am feuchtesten. Über ganz Sachsen-Anhalt betrachtet fielen 132,5 mm Niederschlag, was 98,2 % der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 103,9 % der Klimaperiode von 1991 bis 2020 entspricht. 

Nachdem bereits das Frühjahr 2025 einen Rekord bei der Sonnenscheindauer brachte, war auch 2026 auf einem ganz ähnlichen Kurs. Mit 708,3 Sonnenstunden schien die Sonne nur 5 Stunden weniger als im Rekordjahr 2025. Das bedeutet, dass im Vergleich zur Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 151,5 % der üblichen Sonnenscheindauer gemessen wurden und 133,9 % gegenüber der Klimaperiode von 1991 bis 2020.

Der Frühling 2026 aus Sicht der erneuerbaren Energien

In dieser Analyse erfolgt eine ausschließliche Betrachtung der Erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung, die durch meteorologische Bedingungen beeinflusst sind (volatil), also Windenergie und Photovoltaik.
Als Berechnungsgrundlage der folgenden Auswertung dient die produzierte elektrische Arbeit im Tagesmittel im Gebiet Ostdeutschlands und Hamburgs (Gebiet des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz). Die produzierte Arbeit wurde ins Verhältnis zur installierten Leistung gesetzt und so die Auslastung berechnet. Diese Auslastung wurde für die Jahreszeit gemittelt. Darüber hinaus wurde ein 10-jähriges Mittel über den Zeitraum von 2010 bis 2019 gebildet. Die Auslastung der betrachteten Jahreszeit des aktuellen Jahres wird ins Verhältnis zur Auslastung im 10-jährigen Mittel für diese Jahreszeit gesetzt. Dieses Verhältnis wird im Folgenden als Ertrag bezeichnet. Aufgrund der genutzten Daten und der Art der Auswertung kann der Ertrag im Folgenden als niedriger angegeben sein als er in der Realität tatsächlich war.
Im Sommer haben Solarenergieanlagen aufgrund des Sonnenstandes und der Tageslänge in der Regel eine größere Auslastung als Windenergieanlagen. Im Winter tritt der gegenteilige Effekt auf, sodass Windenergieanlagen eine größere Auslastung haben. Somit ergänzen sich Windenergie und Photovoltaik im Jahresgang. Der Herbst sowie das Frühjahr markieren dabei den Übergang zwischen den vorherrschenden Erzeugungsarten.
Im Jahr 2026 setzte sich eine hochdruckdominante Phase fort, die bereits im November 2025 begonnen hatte. Hochdruckeinfluss im Frühjahr bedeutet oft, dass der Wind überwiegend schwach weht und dank weniger Wolken die Sonne länger scheint. Diese Entwicklung war im Frühjahr 2026 über viele Wochen zu beobachten. So war der Ertrag aus Photovoltaik im März im Vergleich zum Zeitraum von 2010 bis 2019 besonders in der ersten Monatshälfte häufig deutlich über 100 %. An einzelnen Tagen belief sich der Ertrag sogar auf 150 % bis 160 %. Bei der Windenergieerzeugung konnte nur an wenigen Tagen ein Ertrag von mehr als 100 % erreicht werden. Das betrifft im März die Tage vom 11.03. bis 13.03. sowie den Zeitraum vom 24.03. bis 26.03. und den 30.03. Insgesamt ergibt sich für den März ein mittlerer Ertrag von 72,7 % für Windenergie und 105,6 % für Solarenergie. Die Photovoltaik konnte den schwächeren Ertrag bei der Windenergie teilweise kompensieren.
Die Situation aus dem März blieb im April praktisch unverändert. Überwiegend vorherrschender Hochdruck sorgte für viele Tage mit über 100 % Ertrag durch Photovoltaik. Lediglich eine Phase vom 18.04. bis 26.04. zeichnete sich aufgrund von vorübergehendem Tiefdruckeinfluss durch eine geringere Ausbeute aus. Damit verbunden war aber eine Zunahme beim Ertrag durch Windenergie, die in dieser Zeit deutlich über 100 %, teilweise sogar über 200 % des Ertrags des Vergleichszeitraums von 2010 bis 2019 erreichte. Im Zeitraum vom 03.04. bis 06.04. gab es neben reichlich Sonnenschein auch kräftigen Wind, sodass beide Energieträger einen hohen Ertrag auswiesen. Über den gesamten April betrachtet, wurde bei der Windenergie ein Ertrag von 87,3 % und bei der Photovoltaik von 85,1 % im Vergleich zur Periode von 2010 bis 2019 erreicht.
Auch im Monat Mai änderte sich an der Situation nur wenig, denn über weite Teile des Monats dominierte Hochdruckeinfluss mit viel Sonnenschein aber wenig Wind. Einzig im Zeitraum vom 05.05. bis 15.05. gestaltete sich das Wetter wechselhafter mit etwas weniger Ertrag aus der Photovoltaik aber mehr Ertrag aus Windenergie als im Mittel der Jahre 2010 bis 2019. Im Anschluss lieferte die Photovoltaik überwiegend wieder mehr als 100 % Ertrag, während der Ertrag der Windenergie deutlich unterdurchschnittlich blieb. Somit ergibt sich für den gesamten Monat Mai ein mittlerer Ertrag von 59,5 % bei der Windenergie und 82,5 % bei der Photovoltaik, wobei sich diese zumindest während einiger Phasen gegenseitig ausgleichen konnten.
Beim Blick auf das gesamte Frühjahr ergibt sich für die Windenergie ein Ertrag, der gegenüber dem Zeitraum von 2010 bis 2019 bei lediglich 73,2 % liegt. Dies zeigt deutlich, dass das Frühjahr 2026 ein überaus windarmes Frühjahr war, ebenso wie das Frühjahr 2025. Durch den dominierenden Hochdruckeinfluss wurden beim Ertrag aus Photovoltaik hingegen 91,1 % erreicht.

Klima, Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Umweltallianz

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