Die Gottesanbeterin hat sich in Sachsen-Anhalt etabliert und breitet sich weiter aus. 2025 verzeichnete das Landesamt für Umweltschutz (LAU) mit 8.072 Meldungen so viele Beobachtungen wie nie zuvor. Zum fünften Mal in Folge wurde damit ein neuer Melderekord aufgestellt.
Die Art ist inzwischen in weiten Teilen des Landes anzutreffen. Neben stabilen Vorkommen im Süden und in der Mitte Sachsen-Anhalts breitet sie sich zunehmend auch im Norden und Nordwesten aus. Im letzten Jahr gab es erstmal Hinweise bei Haldensleben, Klötze, Marienborn und in der Colbitz-Letzlinger Heide. Verbreitungslücken bestehen derzeit im Harz, im Nordharzvorland und in Teilen der nordwestlichen Altmark.
Für den Sommer und Herbst 2026 erwartet Biologe Marcel Seyring vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt die weitere Ausbreitung, insbesondere in den Landkreisen Salzwedel, Börde und Harz. „Besonders interessant sind vor allem die Bereiche nördlich und westlich von Gardelegen bis zur niedersächsischen Landesgrenze. Da fehlt bisher der Lückenschluss.“ sagt Seyring, bittet jedoch weiterhin um Sichtungsmeldungen aus dem gesamten Bundesland. Am besten direkt über das Meldeportal oder per E-Mail an: artenmeldung(at)lau.mwu.sachsen-anhalt.de mit Datum, Fundort, Beobachtername und Foto.
Alle Meldungen werden geprüft und in die zentrale Artdatenbank übernommen. Sie dienen der wissenschaftlichen Auswertung, der Fortschreibung der Verbreitung und der Bearbeitung der Roten Listen.
Gottesanbeterinnen sind für Menschen harmlos, nicht giftig, stechen und beißen nicht. Die Tiere sollten nicht eingefangen werden. Nur wenn sie sich in Wohnungen verirren, können sie vorsichtig wieder ins Freie gesetzt werden.
Die wärmeliebende Art breitet sich infolge klimatischer Veränderungen seit den 1990er Jahren nach Norden aus. In Sachsen-Anhalt wurde sie erstmals 1991 in Magdeburg nachgewiesen; die erste stabile Population besteht seit 2004 am Geiseltalsee.

